Letzte Aktualisierung:
08.04.2026
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Ein Stromausfall bei starkem Frost birgt für Wärmepumpenbesitzer Risiken. Denn Wärmepumpen nutzen Strom, um Umgebungswärme in Heizwärme umzuwandeln. Fällt der Strom aus, stoppen Verdichter, Pumpen und Regelung – und damit der Erwärmungsprozess. Die Folge: Wasserführende Teile der Anlage kühlen aus und können einfrieren. Wie hoch das Risiko ist, hängt allerdings stark davon ab, ob es sich um eine Split-Wärmepumpe oder um eine Monoblock-Wärmepumpe handelt.
Split-Wärmepumpen bestehen aus einer Außen- und einer Inneneinheit, die über Leitungen miteinander verbunden sind. Durch die Leitungen fließt kein Heizungswasser, sondern ein Kältemittel, das selbst bei Temperaturen von unter minus 30 Grad Celsius nicht einfriert. Ein Einfrieren der Außeneinheit ist somit nicht möglich. Viele Anbieter von Wärmepumpen verkaufen aus diesem Grund ausschließlich Split-Modelle.
Ein Einfrieren der Inneneinheit ist zwar theoretisch denkbar, aber sehr unwahrscheinlich, weil dafür die Temperaturen im Aufstellraum dauerhaft unter null sinken müssten. Dieser Fall tritt jedoch erst ein, wenn der Strom über einen längeren Zeitraum ausfällt – im Zweifel mehrere Tage lang – während gleichzeitig die Außentemperaturen durchgehend bei minus zehn Grad oder darunter liegen.
Monoblock-Wärmepumpen vereinen alle wichtigen Komponenten in einem einzigen Gehäuse, das sich meist im Außenbereich befindet. Die Wärmepumpe und die Heizungsanlage im Haus sind durch Rohre verbunden, durch die Heizwasser zirkuliert. Fällt der Strom aus, stoppt die Zirkulation. Dann kann sowohl das Wasser in der Anlage einfrieren – als auch das Kondenswasser, das sich beim Betrieb an der Außenseite der Anlage bildet.
Die meisten Wärmepumpen haben ein Frostschutzprogramm, das bei sinkenden Außentemperaturen Maßnahmen startet, um die Wärmepumpe zu schützen, beispielsweise, indem der Verdichter kurz laufen gelassen wird, um Wärme zu erzeugen. Bei einem Stromausfall funktionieren diese Programme aber nicht, weil viele Komponenten Strom benötigen – beispielsweise die Sensoren, die die Temperaturen erfassen. Es gibt jedoch Maßnahmen, mit denen sich auch bei einem Stromausfall Frostschäden verhindern lassen:
Wichtig: Nicht jede dieser Maßnahmen ist bei jeder Wärmepumpe sinnvoll. Zudem kannst du bei der Durchführung einiges falsch machen. Das kann mögliche Schäden verschlimmern und zu einem Verlust des Versicherungsschutzes führen. Darum solltest du diese Arbeiten in jedem Fall einem Fachbetrieb überlassen.
Ist der Strom bereits längere Zeit ausgefallen, solltest du die Anlage vom Strom trennen. Sonst schaltet sich die eingefrorene Anlage automatisch wieder ein, sobald der Strom zurückkehrt. Die Wärmepumpe startet dann nicht etwa das ausgefallene Frostschutzprogramm – sondern beginnt so zu arbeiten, als wären die Rohre nicht eingefroren. Das kann Schäden verursachen, unter anderem am Wärmetauscher und an der Pumpe. Bevor du eine eingefrorene Anlage wieder in Betrieb nimmst, solltest du deshalb warten, bis das Wasser wieder aufgetaut ist – und sie im Zweifel durch einen Fachbetrieb prüfen lassen.
Das Wasser im Wärmetauscher und in den Rohrleitungen dehnt sich in gefrorenem Zustand aus und kann dadurch Leitungen und Anschlüsse beschädigen – im schlimmsten Fall können der Wärmetauscher und die Leitungen platzen. Zudem kann das Kondenswasser, das normalerweise über Abläufe abgeführt wird oder in Auffangschalen landet, in gefrorenem Zustand Abflüsse verstopfen oder Bauteile beschädigen. Dann kann es teuer werden. Die Reparaturkosten für beschädigte Rohre und Wärmetauscher können sich auf mehrere Tausend Euro summieren.
Übrigens: Auch Gas-Brennwertthermen funktionieren bei einem Stromausfall nicht, weil Steuerung, Zündung, Umwälzpumpe und Gebläse elektrisch betrieben werden. Dadurch kann das Wasser in den Heizungsrohren einfrieren – im schlimmsten Fall platzen die Rohre. Als vorbeugende Maßnahme kannst du das Heizungswasser mit Frostschutzmittel versetzen lassen. Ist der Strom bereits ausgefallen und ein Ende des Ausfalls nicht in Sicht, kann das Ablassen des Heizungswassers eine Notlösung sein. Beide Maßnahmen sollten nur durch Fachbetriebe durchgeführt werden.
Bei vielen Schäden an Wärmepumpen greift deine Wohngebäudeversicherung. Voraussetzung dafür ist zum einen, dass die Wärmepumpe fest mit dem Gebäude verbunden ist. Zum anderen beinhalten viele Wohngebäudeversicherungen keine Frostschäden – oder nur, wenn du bestimmte Frostschutzmaßnahmen ergriffen hast. Um sicherzugehen, solltest du deine Wärmepumpe explizit von deinem Versicherer in den Vertrag aufnehmen lassen – und klären, ob Frostschäden abgedeckt sind.
Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.
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