Ratgeber: Heizkosten sparen
Mann sitzt auf der Fensterbank und schaut in die Sonne

Letzte Aktualisierung:

22.06.2021

4 Minuten

So senkst du dauerhaft deine Heizkosten

Deine Heizkosten sind zu hoch? Durch smartes Heizverhalten, Dämmmaßnahmen und Optimierung deiner Heizung kannst du deine Ausgaben dauerhaft senken. Teilweise gibt es dafür sogar staatliche Zuschüsse.

Wie viel kostet Heizen überhaupt?

Heizkosten sind ein erheblicher Posten im Haushaltsbudget. Wie hoch sie genau ausfallen, hängt von der Wohnfläche, dem Baujahr des Gebäudes, der Dämmung, der Heizungsart und natürlich von deinem individuellen Heizverhalten ab.
Laut Heizspiegel 2026 betrugen die durchschnittlichen Heizkosten im Abrechnungsjahr 2025 in einem 130 Quadratmeter großen Einfamilienhaus mit einer Heizölheizung 2.145 Euro, mit einer Erdgasheizung 2.040 Euro, mit einer Wärmepumpe 1.260 Euro und mit einer Holzpelletheizung 1.415 Euro. Hinzu kommen Kosten für die regelmäßige Wartung deiner Heizungsanlage, die je nach System zwischen 80 und 400 Euro pro Jahr liegen können.

Artikel-Tipp zum Weiterlesen

Öl, Gas, Strom, Holz oder Wärmepumpe? In unserem Ratgeber erfährst du alles über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizungsarten. 

Smarter heizen: Mit diesen Gewohnheiten sparst du sofort

Oft kannst du schon durch kleine Maßnahmen eine große Wirkung erzielen.

  • Individuelle Einstellungen statt Werkseinstellungen. Dazu gehören beispielsweise eine Einzelraumregelung,  die nur die aktuell genutzten Räume heizt, eine zeitliche Begrenzung der Warmwasserbereitung oder Programme, die sich an deinem Tagesablauf orientieren.
  • Nachtabsenkung. Durch smarte Thermostate kannst du steuern, dass ungenutzte Räume nachts nicht voll beheizt werden. Achte darauf, die Temperatur nur moderat zu senken, damit die Wände nicht auskühlen.
  • Stoßlüften statt Kipplüften: Öffne die Fenster mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten komplett bei abgedrehter Heizung. So sorgst du für frische Luft, ohne die Wände auszukühlen.
  • Heizkörper freihalten: Möbel, Vorhänge oder Wäscheständer vor Heizkörpern behindern die Wärmeabgabe.
  • Rollläden und Vorhänge nutzen: Wenn du Rollläden und Vorhänge über Nacht schließt, reduziert das den Wärmeverlust über die Fenster.

Tipp

Spannende Infos für smartes Heizen findest du in unserem Ratgeber „Richtig heizen: 14 nützliche Tipps“.

Weniger Wärmeverlust durch Dämmmaßnahmen am Haus

Auch durch eine gute Dämmung kannst du Heizkosten senken. Besonders effizient sind:

  • Dämmung von Dach und oberster Geschossdecke: Über das Dach geht besonders viel Wärme verloren.
  • Fassadendämmung: Eine gedämmte Fassade schützt nicht nur vor Wärmeverlust im Winter, sondern auch vor Überhitzung im Sommer.
  • Kellerdeckendämmung: Eine ungedämmte Kellerdecke lässt viel Kälte von unten in die Wohnräume eindringen.
  • Fenster und Türen: Schlecht isolierte Fenster und Türen sind wahre Energiefresser. Ein Austausch gegen moderne Modelle lohnt sich fast immer.

Wichtig: Zu einigen Dämmmaßnahmen bist du gesetzlich verpflichtet, insbesondere wenn du ein Haus erbst, kaufst oder sanierst. Näheres erfährst du in den Paragraphen 47 bis 52 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

Tipp

Dämmen mit staatlicher Förderung
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährt Zuschüsse und günstige Kredite – sowohl für einzelne Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle als auch umfassende Sanierungen. Diese kannst du beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

Bestehende Heizungen optimieren

Wenn du eine ältere Heizung besitzt, kommen unter Umständen noch folgende Maßnahmen infrage, mit denen du die Anlage optimieren und deine Kosten senken kannst.

  • Heizungsrohre in ungeheizten Räumen dämmen: Heizwasser legt oft lange Wege zurück. Ohne Dämmung geht dabei in ungeheizten Räumen viel Wärme verloren, etwa im Keller. Mit Schaumstoffschläuchen kannst du Heizungsrohre selbst dämmen. 70 Euro Materialkosten können ausreichen, um in einem Einfamilienhaus bis zu 310 Euro Heizkosten pro Jahr zu sparen.
  • Alte Umwälzpumpe tauschen: Veraltete Umwälzpumpen laufen kontinuierlich mit voller Leistung. Moderne Pumpen mit Drehzahlregelung passen ihre Leistung hingegen dem tatsächlichen Bedarf an. Ein Austausch kostet inklusive Montage rund 400 Euro, kann aber mehr als 150 Euro Stromkosten pro Jahr einsparen.
  • Regelmäßige Heizungswartung: Eine jährliche Wartung beugt teuren Reparaturen vor, verlängert die Lebensdauer deiner Anlage und stellt sicher, dass dein System effizient arbeitet. Die Kosten zahlen sich deshalb schnell aus.

Durchschnittliche Wartungskosten nach Heizsystemen

Heizsystem

Kosten für eine jährliche Wartung             

Gasheizung

80 bis 220 Euro

Ölheizung

150 bis 250 Euro             
Wärmepumpe150 bis 400 Euro
Holzpelletheizung180 bis 400 Euro

Staatliche Förderung für Heizungsoptimierung

Auch für die Optimierung bestehender Heizsysteme gibt es staatliche Zuschüsse. Beispielsweise für einen hydraulischen Abgleich, den Austausch von Pumpen oder die Dämmung von Rohrleitungen. Details findest du auf der BAFA-Seite zur Heizungsoptimierung.

Heizungstausch: Energie sparen mit nachhaltigen Heizsystemen

Auf lange Sicht kannst du deine Heizkosten am besten senken, wenn du auf ein Heizsystem umsteigst, das auf erneuerbaren Energien basiert. Damit machst du dich unabhängig von fossilen Brennstoffen, die nicht nur das Klima schädigen, sondern aufgrund der steigenden CO2-Abgabe voraussichtlich kontinuierlich teurer werden.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) fördert die Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme. Eine Schlüsseltechnologie dabei ist die Wärmepumpe. Sie nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und wandelt diese mithilfe von Strom in Heizenergie um.
Besonders effizient wird sie in Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher, da du so einen Teil des Stroms selbst erzeugst.
 Auch wenn die Anschaffungskosten zunächst hoch erscheinen, zeigt eine langfristige Betrachtung: Eine Wärmepumpe ist günstiger als eine Gasheizung. Zudem fördert die KfW die Installation von Wärmepumpen derzeit mit mindestens 30 Prozent der Investitionssumme. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Zuschuss erhöhen.

Artikel-Tipp zum Weiterlesen

In unserem Ratgeber zur Heizungsförderung erfährst du welche Zuschüsse du für eine neue Heizung erhalten kannst und wie du die Förderung Schritt für Schritt beantragst.

Individueller Sanierungsfahrplan für energetische Sanierungen 

Du möchtest dein Zuhause energetisch optimieren, aber weißt nicht, wo du anfangen sollst? Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt dir Schritt für Schritt, welche Maßnahmen technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll sind.

FAQ
Angebot anfragen

Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.

  1. Quelle: co2online. 2021. Heizungskosten sparen: 8 Tipps für Hauseigentümer*innen.

  2. Quelle: Verbraucherzentrale. 2022. Rechenbeispiel.

  3. Quelle: co2online. 2021. Heizkosten pro Quadratmeter im Vergleich.

  4. EWE verpflichtet sich, den Kunden mit „Ökostrom“ zu versorgen. Das heißt, dass Strom in Höhe des Verbrauchs des Kunden aus Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Sinne des § 3 Nummer 1 Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in das Stromnetz eingespeist und (bilanziell) bereitgestellt wird. Der Nachweis erfolgt über die Entwertung von Herkunftsnachweisen beim Umweltbundesamt.

    Erneuerbare Energie gemäß § 3 Nr. 21 EEG: a) Wasserkraft einschließlich der Wellen-, Gezeiten-, Salzgradienten- und Strömungsenergie, b) Windenergie, c) solare Strahlungsenergie, d) Geothermie, e) Energie aus Biomasse einschließlich Biogas, Biomethan, Deponiegas und Klärgas sowie aus dem biologisch abbaubaren Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie.