Ratgeber: Kältemittel
Abbildung eines Manometers

Neue Fördersätze für Wärmepumpen seit Juli 2026


Die Bundesregierung hat Anfang Juli 2026 die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geändert – und damit auch die Förderung für den Einbau neuer Heizungen. Die Neuregelung ist seit dem 21. Juli 2026 in Kraft. Details findet ihr auf unserer Informationsseite zum Thema Förderung.

Letzte Aktualisierung:

04.09.2026

4 Minuten

Kältemittel von Wärmepumpen: Was ist noch erlaubt?

Viele Wärmepumpen in Deutschland laufen mit synthetischen Kältemitteln wie R410A, die als klimaschädlich gelten. Einige davon werden mittelfristig verboten. Wir erklären, wie die Rechtslage genau aussieht – und wie du davon sogar finanziell profitieren kannst.

Welche Aufgabe hat das Kältemittel in der Wärmepumpe?

Das Kältemittel ist für den Wärmetransport in der Wärmepumpe zuständig. Wird das ursprünglich flüssige Kältemittel durch die Umweltwärme erwärmt, wandelt es sich in ein Gas um. Das Gas wird dann verdichtet, wodurch sich seine Temperatur erhöht. Diese Wärme kann zum Heizen und für die Warmwasserbereitung genutzt werden.

Sind synthetische Kältemittel gefährlich?

Ältere Wärmepumpen nutzen häufig synthetische Kältemittel wie R410A. Diese gelten als zuverlässig, bergen aber ein hohes Treibhauspotenzial, das sogenannte Global Warming Potential (GWP). Das GWP gibt an, wie stark ein Kältemittel die Atmosphäre innerhalb von 100 Jahren im Vergleich zu CO₂ (Referenzwert = 1) aufheizt. Wärmepumpen neuerer Bauart setzen zunehmend auf umweltfreundlichere Kältemittel wie R32 oder natürliche Kältemittel wie Propan (R290). Solche Stoffe haben ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial.

Wie gewinnt eine Wärmepumpe Wärme aus der Umwelt?

Mehr Details zur Technik von Wärmepumpen erklären wir dir in unserem Ratgeberbeitrag.

GWP von Kältemitteln im Vergleich

Je niedriger der GWP-Wert, desto klimafreundlicher ist das Kältemittel: Während Propan (R290) mit einem GWP von 3 annähernd CO₂-neutral ist, erreicht R32 bereits einen GWP von 675 und R410A sogar einen GWP von 2.088.
Grafik zum Treibhauspotenzial von Kältemitteln

Ist das Kältemittel R410A verboten?

Nicht für alle Wärmepumpen. Richtig ist: Die EU will die Verwendung von fluorierten Treibhausgasen bis 2050 beenden. Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 sieht bis dahin eine schrittweise Reduzierung vor.

Die Regelungen sind komplex, denn die Verordnung unterscheidet zum einen zwischen Monoblock-Wärmepumpen und Split-Wärmepumpen, die aus zwei Geräten bestehen. Zum anderen spielen die Leistung der Anlage sowie die Menge des verwendeten Kältemittels eine Rolle.

Die wichtigsten Punkte: Seit dem 1. Januar 2025 dürfen Split-Wärmepumpen, die mit weniger als 3 Kilogramm Kältemittel befüllt sind, in der EU nicht mehr verkauft werden, wenn das Kältemittel einen GWP von 750 überschreitet – dazu zählt auch R410A. Bereits installierte Wärmepumpen sind davon aber nicht betroffen: Du kannst deine R410A-Anlage also problemlos weiterbetreiben.

R32-Anlagen darfst du sogar noch eine Weile lang erwerben – und damit voraussichtlich noch viele Jahre betreiben und warten lassen. Viele Hersteller steigen aber trotzdem bereits auf Propan (R290) um. In puncto Zukunftssicherheit und Klimaschutz sind diese Anlagen die empfehlenswerte Variante. 
Hier siehst du im Detail, welche GWP-Grenzwerte in den kommenden Jahren vorgesehen sind.

 

Hier die Regeln im Detail:

Kältemittel verboten? Das gilt für Monoblock-Wärmepumpen


AnlagenleistungJahrMaximaler GWP-Wert
bis 50 kW2027unter 150
ab 50 kW2030unter 150

Kältemittel verboten? Das gilt für Split-Wärmepumpen


Anlagenleistung / KältemittelmengeJahrMaximaler GWP-Wert
Bis 3 Kilogramm F-Gas2025unter 750
bis 12 kW2027unter 150 für Luft-Wasser-Wärmepumpen
bis 12 kW2029unter 150 für Luft-Luft-Wärmepumpen
ab 12 kW2029unter 750
ab 12 kW2033unter 150

Zur besseren Einordnung: Für ein Einfamilienhaus mit 100 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche benötigst du je nach Baujahr und Standard der Gebäudedämmung in der Regel eine Wärmepumpe mit einer thermischen Leistung von 6 bis 8 kW.

Hinweis: Entscheidend ist jeweils das Datum der Herstellung der Geräte. Für bereits installierte Wärmepumpen gelten diese Verkaufsverbote nicht.

Artikeltipp zum Weiterlesen

Kauf und Installation von Wärmepumpen werden staatlich gefördert. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber.

Schadet ein altes Kältemittel nicht der Umwelt?

Solange deine Wärmepumpe dicht ist und einwandfrei funktioniert, besteht kein Grund zur Sorge. Nur bei Undichtigkeiten könnte es in die Atmosphäre gelangen. Bei einem Austausch oder der Reparatur der Wärmepumpe wird das alte Kältemittel von Profis fachgerecht recycelt oder entsorgt. Es gelangt also auch dann nicht unkontrolliert in die Atmosphäre. Der Weiterbetrieb deiner bestehenden Anlage ist daher nicht nur rechtlich unbedenklich, sondern auch ökologisch vertretbar.

Muss ich das Kältemittel nachfüllen?

Normalerweise nicht. Wärmepumpen sind geschlossene Systeme. Wenn keine Undichtigkeiten auftreten, bleibt das Kältemittel über viele Jahre im Kreislauf. Falls es doch nötig werden sollte, dürfen auch ältere Geräte nachgefüllt werden – allerdings nur von zugelassenen Installateur:innen mit Kälteschein. Zudem solltest du dich darauf einstellen, dass durch die sinkende Verfügbarkeit die Preise für Kältemittel wie R410A steigen könnten.

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