Heizen mit Öl, Holz, Strom, Gas oder Wärmepumpe?
Im Juli 2026 wurde aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Das sieht u. a. vor, dass die 65-Prozent-Regel entfällt. Damit dürfen auch in Neubauten grundsätzlich Gas- und Ölheizungen installiert werden. Allerdings gilt eine "Biotreppe": Ab 2029 müssen fossile Heizungen einen Mindestanteil an erneuerbaren Brennstoffen nutzen, der sich schrittweise erhöht.
Details gibt's beim Bundeswirtschaftsministerium.
Gleichzeitig ändern sich die Fördersätze für den Einbau neuer Wärmepumpen. Die neuen Regeln findet Ihr auf unserer Infoseite.
Letzte Aktualisierung:
03.09.2026
5 Minuten
Alle Heizungen haben verschiedene Vor- und Nachteile in puncto Installation, Preis oder Effizienz. Wir erklären die Unterschiede.
Welche Heizung ist besser, welche lohnt sich? Um diese Fragen zu beantworten, brauchst du ein Grundverständnis davon, wie die unterschiedlichen Heizungsarten funktionieren und welche spezifischen Vor- und Nachteile sie aufweisen. Hier erhältst du einen schnellen Überblick.
Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus der Luft oder dem Erdreich. Über einen Kältekreis und einen Verdichter, der mit elektrischer Energie angetrieben wird, erhöhen sie deren Temperatur, sodass die Wärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung verwendet werden kann.
Vorteile
Wärmepumpen sind klimafreundlich, weil sie keinen Brennstoff verbrauchen. Für den Antrieb wird Strom benötigt, wobei eine effiziente Wärmepumpe aus 1 kWh Strom bis zu 4 Kilowattstunden Wärme erzeugen kann. Bei einer Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage oder der Nutzung eines grünen Stromtarifs, bei dem der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, laufen Wärmepumpen fast CO2-neutral und werden mit staatlichen Zuschüssen gefördert.
Nachteile
Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten. Maximale Effizienz entfalten Wärmepumpen zudem nur in gut gedämmten Häusern. Bei den besonders effizienten Erdwärmepumpen erhöht zudem die technisch aufwändige Installation von Wärmekollektoren beziehungsweise von Sonden unter der Erde die Baukosten.
Fernwärme wird zentral erzeugt – beispielsweise durch Kraft-Wärme-Kopplung oder durch Nutzung der Abwärme von Industriebetrieben – und dann über ein Leitungsnetz an Hunderte oder Tausende Haushalte verteilt.
Vorteile
Fernwärme ist in städtischen Gebieten mit vielen Abnehmern auf kurzer Distanz sehr effizient. Verbraucher:innen benötigen keine eigene Heizungsanlage und keinen Brennstoff. Zudem gilt Fernwärme als klimafreundlich, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Beispielsweise, weil sie durch eine Großwärmepumpe erzeugt wird – oder aus Abwärme, die ansonsten ungenutzt verpuffen würde. In diesem Fall kann der Anschluss an ein Fernwärmenetz staatlich gefördert werden.
Nachteile
Fernwärme ist nicht überall verfügbar. Zudem sind Kund:innen bei Preisgestaltung und Service von ihrem Anbieter abhängig, da sie nicht beliebig wechseln können.
Solarthermie-Anlagen nutzen Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Sie können gut mit anderen Heizsystemen kombiniert werden.
Vorteile
Solarthermie ist klimafreundlich, weil im Betrieb keine CO2-Emissionen ausgestoßen werden. Da kein Brennstoff verbraucht wird, ist die erzeugte Wärme zudem sehr günstig. Die Anschaffung wird deshalb mit günstigen Krediten und Zuschüssen zu den Investitionskosten gefördert.
Nachteile
Solarthermie-Anlagen sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer. Zudem können sie in der Regel nur 40 bis 60 Prozent des Warmwasserbedarfs beziehungsweise 20 Prozent des Wärmebedarfs decken – und das mit starken saisonalen Schwankungen und. Sie müssen darum meist in Kombination mit einer weiteren Heizung eingesetzt werden.
Pelletheizungen verfeuern Pellets aus gepressten Holzresten. Bei modernen Anlagen geschieht dies über automatische Fördersysteme, die die Pellets vom Lagerraum zum Kessel transportieren und die bei Bedarf automatisch die Verbrennung starten.
Vorteile
Pelletheizungen nutzen als Energiequelle nachwachsende Rohstoffe oder Restholz, für das nicht eigens Bäume gefällt wurden. Deshalb wird die Anschaffung einer Pelletheizung mit staatlichen Zuschüssen gefördert.
Nachteile
Der Anschaffungspreis ist vergleichsweise hoch. Zudem können Pelletheizungen Feinstaub und Ruß emittieren und verursachen einen hohen Wartungsaufwand. Auch die Klimafreundlichkeit von Holzpellets ist umstritten – denn viele Pellets stammen nicht aus nachhaltiger Holzwirtschaft oder werden über lange Distanzen transportiert, was wiederum Emissionen verursacht.
Gasheizungen sind noch immer der am weitesten verbreitete Heizungstyp in Deutschland. Seit 2015 dürfen nur noch Anlagen mit Brennwerttechnik verbaut werden, bei denen auch die Abwärme aus den Verbrennungsabgasen zur Wärmeerzeugung genutzt wird.
Vorteile
Gas-Brennwertheizungen sind mit Wirkungsgraden von bis zu 98 Prozent hocheffizient.
Nachteile
Gas ist ein fossiler Brennstoff, der mit dazu beiträgt, den Klimawandel zu beschleunigen. Aus diesem Grund wird auf Erdgas eine CO2-Abgabe erhoben, die jährlich steigt – wodurch auch der Gaspreis langfristig steigt. Zudem gilt für sie die sogenannte „Biotreppe“ des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG): Ab 2029 müssen neu eingebaute Gasheizungen zu einem stetig wachsenden Anteil mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Ölheizungen verbrennen Öl, das in einem Tank gespeichert wird. Moderne Ölheizungen nutzen durch Brennwerttechnik die entstehenden Abgase, um damit Heizwasser zu erwärmen.
Vorteile
Öl ist ein speicherbarer Energieträger. Das macht Verbraucher:innen weniger abhängig von Energienetzen und Preisschwankungen.
Nachteile
Öl verursacht extrem hohe CO2-Emissionen – rund 30 Prozent mehr als Gas pro kWh. Schon jetzt wird auf Öl, wie auf alle fossilen Brennstoffe, eine CO2-Abgabe erhoben, die den Preis stetig verteuert. Auch für Ölheizungen gilt die Biotreppe, die vorsieht, dass neu eingebaute fossile Heizungen ab 2029 mit einem stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien betrieben werden.
Infrarotheizungen wandeln Strom direkt in Wärme um. Sie erzeugen sogenannte Strahlungswärme. Anders als „Konvektionswärme“ erwärmt diese nicht die Raumluft, sondern die Körper oder Gegenstände, auf die sie trifft.
Vorteile
Infrarotheizungen brauchen keine Verbindung zu wassergetriebenen Rohrleitungen. Sie sind darum einfach und günstig zu installieren. Zudem heizen sie Räume schnell auf.
Nachteile
Weil Infrarotheizungen nicht die Wände der Räume aufheizen, werden oft selbst Temperaturen von 21 bis 22 Grad anders empfunden als die gleiche Temperatur mit wassergeführten Systemen.
Heizen mit Wärmepumpen
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