Letzte Aktualisierung:
15.05.2025
8 Minuten
Das derzeit gültige Gebäudeenergiegesetz (GEG), bekannt als Heizungsgesetz, trat am 1. Januar 2024 in Kraft. Ziel des Gesetzes ist es, die Umstellung auf klimafreundlichere Heizsysteme in Deutschland zu fördern, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 erreichen zu können. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland noch rund 75 Prozent der Heizungen mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl betrieben.
Für Neubauten in Neubaugebieten gilt seit dem 1. Januar 2024: Es dürfen nur noch Heizsysteme eingebaut werden, die zu 65 Prozent auf erneuerbarer Energie basieren. Für Bestandsgebäude gilt ebenfalls die 65-Prozent-Regel. Allerdings beginnt die Pflicht hier erst wenn die Kommune ein Wärmeplanung vorgelegt hat – dazu sind Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohner:innen bis zum Jahr 2026 verpflichtet, Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohner:innen bis zum Jahr 2028. Für Neubauten außerhalb von Neubaugebieten sowie für bestehende Gebäude gibt es flexible Übergangszeiträume.1
Eine bestehende Anlage darf weiter betrieben und auch repariert werden. Eine Austauschpflicht besteht nur, wenn ein Gebäude verkauft wird, das über eine Öl- oder Gasheizung verfügt, die älter als 30 Jahre ist und eine Heizleistung zwischen 4 kW und 400 kW aufweist. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Sogar der Einbau einer neuen Gasheizung ist in Neubauten außerhalb von Neubaugebieten und unter Berücksichtigung der kommunalen Wärmeplanung gesetzeskonform. Wer dies vorhat, muss sich aber ab 2024 verpflichtend von einer fachkundigen Person beraten lassen, die auch auf die langfristigen wirtschaftlichen Risiken hinweist.
Nein. Das GEG lässt verschiedene technische Lösungen zu, mit denen der vorgeschriebene 65-Prozent-Anteil erneuerbarer Energien erreicht werden kann. Wärmepumpen sind allerdings dafür ideal. Denn sie können Wärme zum Heizen und für die Warmwasserproduktion aus der Umgebungswärme von Luft, Grundwasser oder Erdboden erzeugen. Die einzige zusätzliche Energie, die zum Betrieb einer Wärmepumpe nötig ist, ist Strom. Dennoch ist der Betrieb einer Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung.

Durch eine Wärmepumpe kannst du aber nicht nur deine Heizkosten reduzieren, sondern auch deinen CO2-Fußabdruck verringern: Verglichen mit den Emissionen von Öl- und Gasheizungen kann eine einzige Wärmepumpe den jährlichen CO2-Verbrauch im Schnitt um mehr als 2.600 kg reduzieren.
Neben Wärmepumpen werden weitere Heizsysteme im GEG genannt. In dieser Tabelle findest du Einschätzungen dazu, wie gut diese geeignet sind, um das 65-Prozent-Ziel zu erfüllen:
| Erfüllungsoptionen im GEG | Einschätzung für Bestandsgebäude |
| Anschluss an ein Wärmenetz (Fernwärme oder Nahwärme) | Der Anschluss an ein Wärmenetz kann sinnvoll sein. Bis 2026 beziehungsweise 2028 müssen alle Kommunen in Deutschland eine kommunale Wärmeplanung abgeschlossen haben, die zeigt, wo Fernwärmeanschlüsse vorhanden sind oder entstehen werden. |
| Stromdirektheizung | Verursachen in Bestandsgebäuden mit hohem Energiebedarf zu hohe Stromkosten. |
| Solarthermie | Eine Solarthermieanlage müsste laut GEG den kompletten Wärmebedarf decken, in Bestandsgebäuden mit hohem Energiebedarf ist dies nicht möglich. |
| Flüssige und gasförmige Biomasse- oder Wasserstoffheizung | Noch ist ungeklärt, wie welche Mengen an Biomasse (Biomethan) oder grünem bzw. blauem Wasserstoff vorhanden sind, zudem sind die Kosten schwer kalkulierbar. |
| Heizung mit fester Biomasse wie zum Beispiel Pellets | Diese Option ist geeignet, wenn andere Lösungen nicht sinnvoll oder machbar sind, beispielsweise bei Gebäuden, die denkmalgeschützt oder schwer zu sanieren sind. |
| Hybridheizung mit Wärmepumpe oder Solarthermie | Eine Hybrid-Lösung kann sinnvoll sein bei besonders hohem Energiebedarf. Bei einer Gas-Hybridheizung entstehen durch die hohen und steigenden Gaspreise jedoch hohe Betriebskosten. |
Für Heizsysteme, die die 65-Prozent-Regel erfüllen, gibt es staatliche Förderungen:
Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.
- Checkliste Wärmepumpe: Warum werden Heizkörper nicht warm?
- Das kostet eine Wärmepumpe: Anschaffung und Förderung
- Hausnebenkosten: Was auf Hausbesitzer zukommt
- Heizkörper reinigen: Wie, wann und warum?
- Heizkörper wird nicht warm: Lösung und Tipps
- Heizkosten pro Quadratmeter bestimmen
- Heizkosten sparen: 9 Maßnahmen, die sich lohnen
- Heizperiode: Mindesttemperatur, Mietrecht & mehr
- Heizung entlüften und Heizsystem entlasten
- Heizung richtig einstellen: 8 Effizienz-Maßnahmen
- Heizung verliert Druck – was ist zu tun?
- Heizung: Nachtabsenkung verständlich erklärt
- Heizung: Thermostat richtig einstellen.
- Heizungsarten im Überblick
- Lautstärke von Wärmepumpen
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Funktion, Vor- & Nachteile
- Luftwechselrate einfach berechnen und verstehen
- Unterschiede bei Heizkörpertypen
- Wärmepumpen auch ohne Fußbodenheizung sinnvoll?
- Was ist Biogas und welche Vorteile bietet es?
- Was regelt die kommunale Wärmeplanung?
- Was tun, wenn die Heizung klopft
- Kosten, Ablauf, Vorschriften & Intervalle bei der Wartung von Gasthermen
- Zirkulationspumpe für die Warmwassernutzung
Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/klimaschutz/neues-gebaeudeenergiegesetz-2184942
Weitere Details findest du dazu auf www.ewe.de/klimafreundlich.