Beispielrechnung: Wärmepumpe günstiger als Gasheizung
Letzte Aktualisierung:
04.09.2026
5 Minuten
Stimmt es, dass die Anschaffung einer Wärmepumpe viel mehr kostet als eine Gasheizung? Eine Beispielrechnung, die Verbrauch und Fördermöglichkeiten berücksichtigt, zeigt: Auf Dauer kann die Wärmepumpe günstiger sein.
Wenn du überlegst, von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe umzurüsten, darfst du nicht nur auf die Kosten für die Anschaffung schauen. Denn eine langfristige Betrachtung zeigt, dass eine Wärmepumpe günstiger sein kann.
Tatsächlich sah das 2024 eingeführte Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder Heizungsgesetz vor, dass in Neubauten nur noch Heizungen eingebaut werden sollten, die einen Anteil von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien nutzen. In der Praxis lief dies fast immer auf eine Wärmepumpe hinaus.
Am 29. Juli 2026 wurde das GEG jedoch durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt. Dieses macht Hausbesitzer:innen keinerlei technologische Vorgaben. Ölheizungen und Gasheizungen sind damit ebenso erlaubt wie Wärmepumpen. Jedoch gilt eine sogenannte Biotreppe. Diese besagt, dass neu eingebaute Heizungen ab 2029 mit einem Mindestanteil erneuerbarer Energien betrieben werden müssen, der in den Folgejahren stetig wächst.
Und tatsächlich scheint eine Gasheizung zunächst die günstigere Alternative zu sein. Kauf und Installation einer neuen Gasheizung kosten, abhängig vom Hersteller und vom Aufwand beim Einbau rund 5.000 bis 10.000 Euro.
Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe hingegen können bei 30.000 Euro und mehr liegen. Aber: Der Staat fördert über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Wärmepumpen mit Zuschüssen.
Seit dem 21. Juli 2026 gelten laut Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) folgende Fördersätze:
Die Höhe der förderfähigen Kosten ist auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit begrenzt – und die Fördersumme auf 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Eine Ausnahme bilden selbstnutzende Eigentümer:innen mit einem entsprechend niedrigen zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen: Sie können bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten beantragen. Dadurch kann sich der Kaufpreis dem Preis der Gasheizung deutlich annähern.
Ein Beispiel: Eine Familie, die eine Förderung von 60 Prozent erhält (Basisförderung plus 30 Prozent Einkommensbonus bei einem minderjährigen Kind und einem Einkommen von 50.000 Euro) will sich eine 30.000 Euro teure Wärmepumpe anschaffen. Dann würden 60 Prozent der maximal förderfähigen Summe von 28.000 Euro bezuschusst, also insgesamt 16.800 Euro. Statt 30.000 Euro kostet die Wärmepumpe somit nur noch 13.200 Euro.
Den größten Vorteil hat die Wärmepumpe bei den laufenden Kosten.
Bei einem jährlichen Gasverbrauch von durchschnittlich 20.000 Kilowattstunden (kWh) und einem Gaspreis von 11 Cent pro kWh ergeben sich Kosten von 2.200 Euro. Hinzu kommt ein jährlicher Grundpreis von rund 250 Euro, insgesamt also 2.450 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre gerechnet sind das 49.000 Euro.
Übrigens: Streng genommen erzeugen Gasheizungen mit diesen 20.000 kWh sogar nur 18.000 kWh Wärme, weil ihr Wirkungsgrad nur bei 0,9 liegt. Die tatsächlichen Kosten pro Jahr würden also noch etwas höher liegen. Für unsere Beispielrechnung rechnen wir jedoch mit den 20.000 kWh Wärmebedarf weiter, um die Kosten beider Heizsysteme besser miteinander vergleichen zu können.
Eine Wärmepumpe verbraucht keine fossile Energie, denn sie wandelt Umweltwärme in Wärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung um. Aber sie benötigt für diesen Prozess Strom. Dabei kann sie eine sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2 bis 5 erreichen. Das bedeutet: Mit einer kWh Strom kann sie 2 bis 5 kWh Wärme erzeugen.
In unserem Beispiel rechnen wir mit einer JAZ von 3,5 – dem Wert, den die KfW als Mindeststandard für eine Förderung vorschreibt. Für die vereinfachte Rechnung wird der angenommene Wärmebedarf von 20.000 kWh daher durch 3,5 geteilt. Statt 20.000 kWh Gas benötigst du nur noch 5.714 kWh Strom. Bei einem Preis von 30 Cent/kWh sind das (30 x 5.714 kWh Strom) insgesamt 1.714 Euro Heizkosten.
Verglichen mit den 2.200 Euro Energiekosten, die für die Gasheizung anfallen, sparst du 486 Euro pro Jahr. Innerhalb von 20 Jahren addieren sich die Betriebskosten der Gasheizung auf 49.000 Euro und die für die Wärmepumpe auf 34.280 Euro.
Übrigens: Wärmepumpen können auch mit sogenanntem Wärmepumpenstrom betrieben werden, der meist günstiger ist als der reguläre Haushaltsstrom.
Wenn du einen zweiten Zähler installierst, entfallen obendrein die sogenannte KWKG- und die Offshore-Netzumlage, die ansonsten im Strompreis enthalten sind. Damit sparst du inklusive Mehrwertsteuer noch einmal rund einen Cent pro kWh.
Laufende Kosten Gasheizung vs. Wärmepumpe: Vergleich über 20 Jahre
| Kosten | Gasheizung | Wärmepumpe |
| Anschaffungskosten | 8.500 Euro | 30.000 Euro |
| Abzüglich Förderung | 0 Euro | (30 % Basisförderung plus 30 % Einkommensbonus) - 16.800 € |
| Verbleibende Investitionskosten | 8.500 Euro | 13.200 Euro |
| Betriebskosten für 20 Jahre | 49.000 Euro | 34.280 Euro |
| Gesamtsumme | 57.500 Euro | 47.480 Euro |
Die Wärmepumpe kann über einen Zeitraum von 20 Jahren also deutlich punkten. Die gesamte Ersparnis über 20 Jahre beträgt 10.020 Euro.
Die Beispielrechnung setzt für den gesamten Zeitraum konstante Energiepreise von 11 Cent/kWh für Gas und 30 Cent/kWh für Strom sowie einen konstanten Gas-Grundpreis von 250 Euro pro Jahr voraus. Die tatsächlichen Kosten können daher höher oder niedriger ausfallen.
Mit großer Wahrscheinlichkeit aber wird der reale Unterschied noch deutlicher zugunsten der Wärmepumpe ausfallen.
Das liegt zum einen an der CO₂-Bepreisung, die fossile Brennstoffe wie Gas verteuert. Zum anderen an der Biotreppe, die durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) im Juli 2029 eingeführt wurde und einen stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energie für fossile Heizungen vorsieht. Denn Biomethan ist teurer als Erdgas. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE1 kam in einer Studie unter Berücksichtigung der Biotreppe daher zu dem Ergebnis, dass Wärmepumpen über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg deutlich günstiger sind als Gasheizungen.
Wie günstig eine Wärmepumpe tatsächlich arbeitet, hängt allerdings stark von den Bedingungen im Gebäude ab. Besonders wichtig ist die benötigte Vorlauftemperatur: Je niedriger sie ausfällt, desto effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten. Eine gute Dämmung, ausreichend große Heizflächen und eine passende Einstellung der Heizungsanlage können deshalb dazu beitragen, eine hohe Jahresarbeitszahl zu erreichen.
Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.
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Quelle: Fraunhofer ISE (PDF-Download)
https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/kurzstudie-vergleich-waermeversorgung.html?