Ratgeber: Heizungs­reparatur
Mädchen sitzt in Umzugskarton vor einer Heizung

Neues Heizungsgesetz und neue Fördersätze

Im Juli 2026 wurde aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Das sieht u. a. vor, dass die 65-Prozent-Regel entfällt. Damit dürfen auch in Neubauten grundsätzlich Gas- und Ölheizungen installiert werden. Allerdings gilt eine "Biotreppe": Ab 2029 müssen fossile Heizungen einen Mindestanteil an erneuerbaren Brennstoffen nutzen, der sich schrittweise erhöht. Details gibt's beim Bundeswirtschaftsministerium.

Gleichzeitig ändern sich die Fördersätze für den Einbau neuer Wärmepumpen. Die neuen Regeln findet Ihr auf unserer Infoseite.

Letzte Aktualisierung:

04.09.2026

3 Minuten

Defekte Heizung: Reparieren oder austauschen?

Deine Wohnung wird nicht mehr richtig warm? Wenn Brenner, Wärmetauscher, Elektronik oder Regelung ausgetauscht werden müssen, stellt sich die Frage: Reparatur oder neue Anlage? Wir erklären, wann welche Maßnahme sinnvoll ist – und welche Förderungen es gibt.

Wann lohnt es sich, eine Heizung zu reparieren?

Im ersten Augenblick scheint eine Reparatur oft günstiger als der Kauf einer neuen Heizung. Ob sich die Reparatur langfristig rechnet, hängt vor allem von diesen Faktoren ab:

  • Die Reparaturkosten. Als Faustregel gilt: Liegen die Reparaturkosten bei mehr als 40 bis 50 Prozent der Kosten einer neuen Heizungsanlage, ist ein Austausch häufig wirtschaftlicher. Dabei solltest du mit einkalkulieren, dass die Installation von bestimmten nachhaltigen Heizungsanlagen staatlich gefördert wird – allen voran der Einbau von Wärmepumpen. Eine neue Heizung kann sich bereits nach 10 bis 15 Jahren amortisieren. 
    Übrigens: Es lohnt sich, wenn du nicht erst abwartest, bis deine Heizung reparaturbedürftig ist. Denn wenn du eine funktionsfähige Heizung austauscht, erhöht sich die Förderung noch.
  • Auch das Alter der Heizungsanlage ist wichtig. Bei einer Heizung, die älter als 15 Jahre ist, ist ein Austausch meist sinnvoller als eine Reparatur. Denn zu den Ausgaben für die Reparatur kommen langfristig weitere Kosten hinzu: Ältere Anlagen heizen weniger effizient und verursachen höhere Betriebskosten. Zudem wird es bei künftigen Reparaturen zunehmend schwieriger, Ersatzteile zu bekommen.

Artikeltipp zum Weiterlesen

In unserem Ratgeber erfährst du, wie viel du für Anschaffung und Betrieb einer klimafreundlichen Wärmepumpe kalkulieren musst.

Eine Entscheidungshilfe ist auch die Häufigkeit der Reparaturen: Gab es bereits mehr als zwei größere Reparaturen innerhalb von drei Jahren, lohnt sich in der Regel ein Austausch.

Ein weiterer Aspekt ist die Klimafreundlichkeit: Gasheizungen mit moderner Brennwerttechnik sind beispielsweise wesentlich effizienter als alte Modelle und verursachen entsprechend weniger Emissionen. Noch besser ist die CO2-Bilanz bei Wärmepumpen, die aus der Umweltwärme von Wasser, Luft oder Erdreich Wärme für Heizung und Warmwasser erzeugen.

Wie teuer eine Heizungsreparatur wird, hängt stark vom Defekt und vom Heizsystem ab. Kleine Reparaturen – beispielsweise der Austausch einer Pumpe oder eines Sensors – kosten oft nur wenige hundert Euro. Müssen größere Bauteile wie Wärmetauscher, Brenner oder Steuerung ersetzt werden, können jedoch Kosten von mehreren Tausend Euro auf dich zukommen.

Gut zu wissen

Wie du die Effizienz einer vorhandenen Heizungsanlage steigern kannst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Sind Reparaturen von Gas- und Ölheizungen überhaupt noch erlaubt?

Das 2024 novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG), besser bekannt als Heizungsgesetz, sah vor, dass bestimmte Gas- und Ölheizungen nach 30 Jahren zwingend ausgetauscht werden mussten. Zudem sollten Öl- und Gasheizungen nur noch neu eingebaut werden, wenn sie zu einem bestimmten Anteil mit erneuerbaren Energien betrieben werden konnten. Bei Defekten bestehender Heizungen waren Reparaturen darum nur noch für eine Übergangszeit erlaubt.

Seit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) am 29. Juli 2029 gibt es keine Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen mehr. Entsprechend gibt es auch keine gesetzlichen Einschränkungen für Reparaturen mehr.

Allerdings bietet das Heizungsgesetz Anreize, statt einer Reparatur auf eine neue Heizung zu setzen: Der Staat fördert den Einbau nachhaltiger Heizungen wie Wärmepumpen mit Zuschüssen und günstigen Krediten.

 

Gibt es auch für Förderungen von Reparaturen von Heizungen?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Maßnahmen, die die Energieeffizienz der Heizung steigern, beispielsweise durch den Austausch einer Heizungspumpe. In bestimmten Fällen kann sich die Förderung erhöhen, wenn zuvor ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt wurde.

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