Letzte Aktualisierung:
18.09.2025
4 Minuten
Günstig dämmen – und ganz ohne Gerüst ums Haus: Einblasdämmungen sind eine zunehmend beliebte Dämmmethode. Wir erklären dir, was Einblasdämmungen kosten, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie sich lohnen – und welche Risiken es gibt, wenn sie nicht fachmännisch ausgeführt werden.
Eine gute Dämmung hilft, das Klima zu schonen, spart Heizkosten und ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Wärmepumpen in Bestandsgebäuden effizient arbeiten. Käufer:innen und Erb:innen von Häusern sind zudem durch das 2024 eingeführte Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder Heizungsgesetz zu bestimmten Dämmmaßnahmen verpflichtet. Eine Einblasdämmung kann dafür eine günstige und zeitsparende Lösung sein.
Bei einer Einblasdämmung wird über Schläuche Dämmmaterial in die Hohlräume von Gebäuden eingeblasen – beispielsweise zwischen den Sparren von Dachschrägen, im Ständerwerk von Fachwerkwänden, in Hohlräumen zwischen oberster Geschossdecke und Dachboden oder in die Zwischenräume von zweischaligen Außenwänden (Kerndämmung) wie Klinkerfassaden.
Eine Einblasdämmung bringt im Vergleich mit anderen Dämmungen einige Vorteile mit sich:
Damit sich eine Einblasdämmung lohnt, wird ein Hohlraum von mindestens 3,5 Zentimetern Breite benötigt. Sind die Abstände größer, erhöht sich die Effizienz der Dämmung.
Im besten Fall reduziert eine Einblasdämmung den Wärmeverlust des Hauses um bis zu 80 Prozent und die Heizkosten um bis zu 50 Prozent. Bei zweischaligen Wänden können sie unter Umständen sogar besser dämmen als ein Wärmedämmverbundsystem – oder als zusätzliche Dämmung dessen Effizienz noch steigern.
Der Nachteil von Einblasdämmungen ist, dass es bei unzureichender Abdichtung oder ungleichmäßiger Befüllung der Hohlräume zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmel kommen kann. Außerdem kann das Dämmmaterial austreten, wenn der Hohlraum geöffnet wird. Das erschwert spätere Veränderungen an der Fassade, etwa den Einbau zusätzlicher Fenster oder Türen.
Aus diesen Gründen ist die fachgerechte Ausführung enorm wichtig. Auf keinen Fall solltest du eine Einblasdämmung selbst durchführen.
Gut zu wissen
Eine Einblasdämmung an sich erhöht nicht das Risiko von Schimmelbildung. Der Mythos von der „atmenden Wand“, die Hohlräume benötigt, ist längst widerlegt. Tatsächlich reduziert eine ordnungsgemäß durchgeführte Einblasdämmung die Schimmelgefahr, weil sie die Temperatur der Innenwände erhöht – so kondensiert keine feuchte Luft in den Innenräumen.
Für Einblasdämmungen können die unterschiedlichsten Materialien verwendet werden. Die häufigsten sind:
Diese Angaben dienen als grobe Orientierung. Die Frage, welches Material für deine Immobilie am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Deshalb solltest du dich in jedem Fall fachkundig beraten lassen. Bei dieser Gelegenheit kannst du gleich einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen.
Einblasdämmungen werden – wie andere Dämmungen auch – durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Grundlage ist die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG EM). Danach beträgt der Grundfördersatz für eine Wohneinheit 15 Prozent von maximal 30.000 Euro Investitionskosten. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor, steigt der Satz auf 20 Prozent von maximal 60.000 Euro. Alternativ kannst du 20 Prozent von maximal 40.000 Euro für Arbeits- und Materialkosten nach § 35c EStG steuerlich absetzen.
Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.
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