Einblasdämmung: Vorteile, Nachteile, Kosten, Material
Letzte Aktualisierung:
12.10.2026
4 Minuten
Günstig dämmen – und ganz ohne Gerüst ums Haus: Einblasdämmungen sind eine zunehmend beliebte Dämmmethode. Wir erklären dir, was Einblasdämmungen kosten, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie sich lohnen – und welche Risiken es gibt, wenn sie nicht fachmännisch ausgeführt werden.
Eine gute Dämmung hilft, das Klima zu schonen, spart Heizkosten und ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Wärmepumpen in Bestandsgebäuden effizient arbeiten. Käufer:innen und Erb:innen von Häusern sind zudem durch das 2024 eingeführte Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder Heizungsgesetz zu bestimmten Dämmmaßnahmen verpflichtet. Eine Einblasdämmung kann dafür eine günstige und zeitsparende Lösung sein.
Bei einer Einblasdämmung wird über Schläuche Dämmmaterial in die Hohlräume von Gebäuden eingeblasen – beispielsweise zwischen den Sparren von Dachschrägen, im Ständerwerk von Fachwerkwänden, in Hohlräumen zwischen oberster Geschossdecke und unbeheiztem Dachboden oder in die Zwischenräume von zweischaligen Außenwänden wie Klinkerfassaden (Kerndämmung).
Wie ist der Ablauf der Arbeiten bei einer Einblasdämmung?
Zunächst prüft ein Fachbetrieb, ob ausreichend große Hohlräume vorhanden sind. Dann werden kleine Öffnungen in die Außenwand oder die Innenverkleidung gebohrt. Über spezielle Schläuche wird das Dämmmaterial gleichmäßig eingeblasen, bis sämtliche Hohlräume vollständig gefüllt sind. Danach werden die Bohrlöcher luftdicht und unauffällig verschlossen, beispielsweise mit Mörtel, Spachtelmasse oder Trockenbauwerkstoffen.
Welche Vorteile hat eine Einblasdämmung?
Eine Einblasdämmung bringt im Vergleich mit anderen Dämmungen einige Vorteile mit sich:
Wann ist eine Einblasdämmung sinnvoll?
Damit sich eine Einblasdämmung lohnt, sollte ein Hohlraum von mindestens 3,5 Zentimetern Breite vorhanden sein. Sind die Abstände breiter, erhöht sich die Effizienz der Dämmung. Im besten Fall reduziert eine Einblasdämmung den Wärmeverlust des Hauses um bis zu 80 Prozent und die Heizkosten um bis zu 50 Prozent. Insbesondere bei zweischaligen Wänden kann sie eine sehr hohe Dämmwirkung erzielen.
Was spricht gegen eine Einblasdämmung?
Ein Nachteil von Einblasdämmungen ist, dass es bei unsachgemäßer Abdichtung oder ungleichmäßiger Befüllung der Hohlräume zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmel kommen kann. Außerdem kann das Dämmmaterial austreten, wenn der Hohlraum geöffnet wird. Das erschwert spätere Veränderungen an der Fassade, etwa den Einbau zusätzlicher Fenster oder Türen. Aus diesen Gründen ist die fachgerechte Ausführung enorm wichtig. Auf keinen Fall solltest du eine Einblasdämmung selbst durchführen.
Gut zu wissen: Eine Einblasdämmung an sich erhöht nicht das Risiko von Schimmelbildung. Der Mythos von der „atmenden Wand“, die zur Feuchtigkeitsregulierung Hohlräume benötigt, ist längst widerlegt. Tatsächlich reduziert eine ordnungsgemäß durchgeführte Einblasdämmung die Schimmelgefahr, weil sie die Oberflächentemperatur der Innenwände erhöht. So sinkt das Risiko, dass feuchte Luft an Oberflächen der Innenräume kondensiert.
Für Einblasdämmungen können die unterschiedlichsten Materialien verwendet werden. Die häufigsten sind:
Diese Angaben dienen als grobe Orientierung. Die Frage, welches Material für deine Immobilie am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Deshalb solltest du dich in jedem Fall fachkundig beraten lassen, beispielsweise bei einem spezialisierten Handwerksbetrieb – oder auch bei einem:einer fachkundigen Energieberater:in.
Gibt es Förderungen für eine Einblasdämmung?
Einblasdämmungen werden – wie andere Dämmungen auch – durch die „Bundesförderung für effiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen" (BEG EM) gefördert. Voraussetzung dafür ist, dass du vor Antragstellung eine Energieeffizienzberatung in Anspruch genommen hast, bei der eine Technische Projektbeschreibung (TPB) erstellt wurde.
Gut zu wissen: Auch die Energieberatung selbst wird gefördert.
Alternativ kannst du direkt ein Unternehmen mit den Arbeiten beauftragen und später einen Teil der Arbeits- und Materialkosten nach § 35c EStG steuerlich absetzen. Voraussetzung dafür ist, dass du Eigentümer:in der Immobilie bist und sie selbst bewohnst.
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