So funktioniert das deutsche Stromnetz
Letzte Aktualisierung:
02.10.2026
5 Minuten
Erfahre, wie das deutsche Stromnetz aufgebaut ist, was Netzstabilität bedeutet und wie Netzbetreiber mit technischen und gesetzlichen Maßnahmen für einen sicheren Betrieb sorgen.
Das deutsche Stromnetz besteht aus einem Übertragungsnetz und zahlreichen Verteilnetzen, die den erzeugten Strom zu den Verbrauchern leiten.
Netzbetreiber kümmern sich um die Stromnetze. Zu ihren Aufgaben gehört es:
Es gibt in Deutschland mehr als 850 Verteilnetzbetreiber und vier Übertragungsnetzbetreiber: 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Teilweise sind Unternehmen gleichzeitig Verteilnetzbetreiber und Stromlieferanten. In diesem Fall muss der Netzbetrieb aber rechtlich und organisatorisch getrennt werden.
Gut zu wissen: Dein Verteilnetzbetreiber prüft auch, ob deine PV-Anlage oder deine Wärmepumpe an das örtliche Stromnetz angeschlossen werden kann.
Ein stabiles Stromnetz muss Störungen verkraften können, ohne dass die Versorgung zusammenbricht. Dafür müssen unter anderem Netzfrequenz und Spannung innerhalb festgelegter Grenzen bleiben.
Wenn sich die Spannung nicht innerhalb des zulässigen Spannungsbands bewegt, können elektrische Geräte und Netzanlagen gestört oder beschädigt werden.
Was verursacht Instabilität im Stromnetz?
Im Stromnetz gibt es ständig kleinere und größere Störungen.
Was passiert bei einer Störung im Stromnetz?
Das Stromnetz ist darauf ausgelegt, dass es auch den Ausfall einzelner Leitungen oder anderer Netzelemente verkraften kann. Bei einem Kurzschluss oder einem anderen technischen Fehler reagieren automatische Schutzsysteme innerhalb sehr kurzer Zeit. Sie trennen beispielsweise fehlerhafte Leitungen oder Anlagen vom Netz.
Erkennen die Netzbetreiber jedoch ein größeres Problem, müssen sie eingreifen:
Netzengpässe 2015 bis 2025
So viel Strom mussten die Netzbetreiber in Deutschland wegen Engpässen umleiten, zusätzlich einspeisen oder abregeln
Quelle: Bundesnetzagentur

Redispatch 2.0 ist der Name eines Verfahrens, mit dem Netzbetreiber seit 2021 Erzeugung und Strombezug gezielt anpassen, um Netzengpässe zu vermeiden. Anders als beim früheren Redispatch werden dabei auch Erneuerbare-Energien- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) sowie Stromspeicher einbezogen.
Der Netzreservebedarf bezeichnet die Leistung, die durch die Reservekraftwerke vorgehalten werden muss, damit die Engpässe bewältigt werden können, die die Netzbetreiber erwarten. Sie wird jährlich von den Übertragungsnetzbetreibern kalkuliert. Dabei berücksichtigen sie unter anderem, wie viel Strom im kommenden Jahr vermutlich erzeugt und verbraucht wird, welche Kraftwerke zur Verfügung stehen und wie viel Strom importiert und exportiert werden kann.
Warum sind neue Stromleitungen so wichtig?
Neue Stromleitungen schaffen zusätzliche Transportkapazität. Diese wird zum einen benötigt, um große Mengen an Windstrom aus Norddeutschland in andere Regionen zu transportieren. Zum anderen erhöht sich der Strombedarf insgesamt – insbesondere durch eine wachsende Zahl von Elektroautos und Wärmepumpen und die zunehmende Elektrifizierung der Industrie. Die Bundesnetzagentur sieht im Netzausbau das wichtigste Instrument, um den Bedarf an Redispatch und Netzreserve auf lange Sicht zu verringern.
Dürfen die Netzbetreiber nach Belieben in den Markt eingreifen?
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) legt fest, welche Maßnahmen die Netzbetreiber zur Sicherung der Stromversorgung und des Netzbetriebs ergreifen dürfen und welche Pflichten für Netz- und Anlagenbetreiber gelten. Zudem überwacht die Bundesnetzagentur den Strommarkt und die Netzbetreiber. Sie prüft unter anderem, welche Reservekapazitäten für einen sicheren Netzbetrieb erforderlich sind.
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