Schwankender Strompreis: Das sind die Gründe
Letzte Aktualisierung:
09.09.2026
3 Minuten
In den vergangenen Jahren gab es deutliche Schwankungen beim Strompreis. Nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2025 sind die durchschnittlichen Haushaltsstrompreise 2026 nochmals leicht gesunken. Welche Faktoren beeinflussen diese Preisentwicklung? Wir stellen dir die wichtigsten vor.
Laut der aktuellen Strompreisanalyse des BDEW liegt der durchschnittliche Haushaltsstrompreis derzeit bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Juni 2026) und damit etwa 2,3 Cent pro Kilowattstunde unter dem Wert von 2025. Dennoch unterscheiden sich die Preise je nach Region, Anbieter und Tarif teilweise deutlich. Der Grund für solche Schwankungen sind die vielen verschiedenen Bestandteile, aus denen sich der Strompreis zusammensetzt.
Abgaben, Netzentgelte, Beschaffung und Vertrieb
Anfang 2026 entfielen im bundesweiten Durchschnitt rund 34 Prozent des Strompreises auf Steuern, Abgaben und Umlagen.
Rund 25 Prozent machten die Netzentgelte aus. Diese werden unter anderem dafür verwendet, die Stromnetze so zu modernisieren und auszubauen, dass sie den Strom aus Wind- und Solarkraftanlagen zuverlässig verteilen können. Nach einem Anstieg im Jahr 2025 sind sie seit Anfang 2026 im Bundesdurchschnitt wieder deutlich gesunken1– regional gibt es jedoch erhebliche Unterschiede, da die Kosten für die Netzentgelte von den jeweiligen Netzbetreibern und den örtlichen Ausbaukosten abhängen.
Rund 41 Prozent des Strompreises entfallen auf Beschaffung, Vertrieb und Service1. Innerhalb dieses Postens spielt vor allem der Preis an den Großhandelsmärkten eine Rolle. Dort kaufen die zahlreichen deutschen Stromanbieter ihren Strom von wenigen großen Erzeugern.
Gut zu wissen: Der Anteil dieser Faktoren am Strompreis verändert sich stetig. Die jeweils aktuellen Zahlen veröffentlicht der BDEW regelmäßig in seiner Strompreisanalyse.
Auch die Preise für fossile Brennstoffe beeinflussen den Strompreis. Vor allem Erdgas spielt aufgrund seiner Bedeutung für die Stromerzeugung weiterhin eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wirken sich auch geopolitische Faktoren wie Kriege, Handelskonflikte und Sanktionen auf den Strompreis aus. Insbesondere dann, wenn sie Länder betreffen, die wichtige Energierohstoffe liefern oder bedeutende Handelswege kontrollieren.
Schließlich beeinflussen im Zuge der Energiewende auch klimatische Bedingungen den Strompreis. Perioden mit wenig Wind oder Sonne können zu steigenden Preisen führen. Umgekehrt sinken die Börsenstrompreise häufig, wenn besonders viel Wind- oder Solarstrom erzeugt wird.
Änderungen bei Angebot und Nachfrage
An der Strombörse geben Käufer und Verkäufer ihre Angebote in bestimmten Zeitintervallen ab. Der Strompreis wird zu dem Zeitpunkt festgelegt, an dem Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Da sich die Stromnachfrage und das Stromangebot im Tagesverlauf verändern – etwa durch die Einspeisung von Wind- und Solarenergie – schwanken auch die Börsenstrompreise.
Wird besonders viel Strom aus erneuerbaren Energien bei gleichzeitig geringer Nachfrage erzeugt, kann es sogar negative Strompreise geben. Das heißt: Die Käufer erhalten Geld dafür, dass sie den Erzeugern Strom abnehmen. Endverbraucher:innen profitieren davon in der Regel jedoch nicht – ausgenommen Kundinnen und Kunden mit einem dynamischen Stromtarif.
Von den schwankenden Börsenstrompreisen profitieren? Mit einem dynamischen Stromtarif kannst du deinen Strom genau dann beziehen, wenn die Nachfrage im Vergleich zum Angebot niedrig ist und der Börsenpreis sinkt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass du deinen Stromverbrauch flexibel steuern kannst. Dazu benötigst du zum einen entsprechende Technik, beispielsweise ein Home Energy Management System. Damit sich der Tarif lohnt, benötigst du zum anderen große Verbraucher, die nicht zwingend zu einer bestimmten Zeit Strom brauchen. Dazu kann auch die Wallbox gehören, an der du dein E-Auto nachts lädst.
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Quelle: BDEW