Letzte Aktualisierung:
07.01.2026
10 Minuten
Warum sich Photovoltaik lohnt
Die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Haus reduziert CO2-Emissionen und unterstützt so ein klimaneutrales Leben. Anders als oft vermutet, lohnt sich Photovoltaik aber auch aus wirtschaftlicher Sicht – insbesondere in Kombination mit einem Batteriespeicher. Wir rechnen dir vor, wie viel du sparen kannst.
Weil uns die Sonne mit fast unendlicher Energie versorgen kann, ohne dem Klima zu schaden, ist jede mit einer Photovoltaik-Anlage erzeugte Kilowattstunde (kWh) Strom ein Beitrag zum Klimaschutz. Aber auch aus wirtschaftlicher Perspektive ist der Kauf einer Photovoltaikanlage attraktiver denn je. Das sind die wichtigsten Gründe, warum es sich für dich lohnt, eine PV-Anlage anzuschaffen:
Günstige Anschaffung
Der Zeitpunkt für die Planung einer PV-Anlage war selten günstiger. In den vergangenen Jahren sind die Preise für die einzelnen Komponenten von Photovoltaik-Anlagen stark gesunken, insbesondere für Solarmodule. Die exakten Endpreise hängen stark vom gewählten Anlagenmodell ab, aber im bundesweiten Schnitt lagen die Preise 2025 bei rund 1.000 Euro pro Kilowattpeak (kWp) Leistung.

Steuerliche Vorteile
Seit 2023 zahlst du keine Umsatzsteuer für den Kauf und die Installation einer neuen Photovoltaikanlage mit bis zu 30 Kilowatt installierter Leistung. Gleichzeitig ist die Einkommensteuer auf Einnahmen und Entnahmen durch Photovoltaik entfallen. Du zahlst also weder Steuern auf die Einspeisevergütung, die du für das Einspeisen von überschüssigem Strom ins öffentliche Stromnetz erhältst, noch auf die finanziellen Vorteile, die du durch den Eigenverbrauch hast.
Die Effizienz von PV-Anlagen ist enorm hoch
Selbst wenn Neigung und Ausrichtung deines Dachs nicht ideal sind, lohnt sich Photovoltaik in der Regel. In der Theorie sind Dachflächen mit einer Südausrichtung und einem Neigungswinkel von 30 Grad optimal, da die Leistungsfähigkeit einer PV-Anlage am höchsten ist, wenn die Sonnenstrahlen vertikal auf die Solarzellen fallen. Das ist in der nördlichen Hemisphäre jedoch selbst bei einem nach Süden ausgerichteten Dach mit 30 Grad Neigung nur zur Mittagszeit im Sommer der Fall.
In der Praxis sind auch PV-Anlagen ohne Südausrichtung effizient. Bei einer Ost-West-Ausrichtung kann eine Solaranlage mit einem Neigungswinkel von bis zu 20 Grad immer noch bis zu 85 Prozent des maximalen Ertrags erreichen. Und selbst eine Dachfläche mit Nord- oder Nordwest-/Nordostausrichtung kann unter bestimmten Bedingungen gute Erträge erzielen. Hier findest du eine detaillierte Darstellung zu Neigungswinkeln von Solarmodulen und Erträgen.

Aber nicht nur der Ertrag einer PV-Anlage beeinflusst deren Rentabilität. Denn während eine südausgerichtete PV-Anlage den höchsten Ertrag zur Mittagszeit liefert, wenn oft niemand zu Hause ist, produziert eine PV-Anlage in Ost-West-Richtung über den Tag verteilt Strom. Durch die Nutzung beider Dachflächen ist der Ertrag morgens und nachmittags am größten – also dann, wenn der Strom im Haus am meisten benötigt und direkt verwendet werden kann. So kannst du einen hohen Prozentsatz deines selbstproduzierten Stroms selbst nutzen. Und grundsätzlich gilt: Je größer dieser Eigenverbrauchsanteil ist, desto höher ist die Rentabilität deiner PV-Anlage – und desto schneller amortisiert sich die Investition.
Volleinspeisung, Teileinspeisung, Eigenverbrauch
Für jede Kilowattstunde Strom, die du nicht selbst verbrauchst, sondern ins öffentliche Stromnetz einspeist, erhältst du für einen Zeitraum von 20 Jahren eine fixe Einspeisevergütung.
Bei Volleinspeisung liegt die Vergütung für den Anlagenanteil bis zu zehn Kilowatt installierter Leistung seit August 2025 bei 12,47 Cent pro kWh. Für den Anlagenanteil von 10 bis 40 kW beträgt sie 10,45 Cent. Besonders rentabel ist das Modell der Volleinspeisung bei größeren und daher kostengünstigeren Anlagen sowie bei geringem Stromverbrauch.
Bei Teileinspeisung beträgt die Vergütungsrate seit dem 1. August 2025 für PV-Anlagen mit weniger als zehn kW installierter Leistung 7,86 Cent pro kWh. Bei einer größeren Anlage erhältst du für den Anlagenteil zwischen 10 und 40 kW installierter Leistung 6,80 Cent/kWh.
Durch das sogenannte „Flexi-Modell“ kannst du jedes Jahr neu zwischen Volleinspeisung und Teileinspeisung wählen, wobei ein Wechsel vor jedem neuen Kalenderjahr möglich ist. Darüber hinaus können auf einem Haus auch zwei Anlagentypen registriert werden, eine für Teil- und eine für Volleinspeisung.
Gut zu wissen: Seit 2025 regelt das sogenannte „Solarspitzengesetz“, dass du zu bestimmten Zeiten keine Einspeisevergütung erhältst – beispielsweise, weil es gerade ein Überangebot an Strom gibt.
Selbst produzierter Solarstrom ist günstiger als Netzstrom
Am rentabelsten ist es in jedem Fall, wenn du deinen selbst produzierten Strom auch selbst nutzt. Denn dieser ist deutlich günstiger als Strom, den du aus dem öffentlichen Netz beziehst: Derzeit liegt der Preis für die Gestehungskosten – also deine Kosten für die Produktion des Solarstroms zwischen 10 und 15 Cent pro kWh. Dabei gilt: Je größer die Anlage, desto geringer sind die Gestehungskosten. Wenn du über ausreichend Dachfläche verfügst, solltest du deshalb lieber in eine größere Anlage investieren – und diese mit einem dazu passenden Stromspeicher ergänzen. Wie viel du damit im Einzelnen sparen kannst, verdeutlichen die nachfolgenden Berechnungen.
Rechenbeispiel: Darum lohnt sich ein Stromspeicher
Eine PV-Anlage ohne Stromspeicher deckt in der Regel rund 30 Prozent deines Verbrauchs. Dieser Prozentsatz wird auch als Autarkiegrad bezeichnet. Den weiteren Bedarf musst du aus dem öffentlichen Stromnetz decken. Mit einem Speicher kannst du deinen Autarkiegrad auf bis zu 70 Prozent steigern.
Hier eine Beispielrechnung für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt:
- Jahresverbrauch: 4.000 kWh
- Leistung der Photovoltaik-Anlage: 4 kWp
- Laufzeit: 20 Jahre
- Strompreis aus dem Stromnetz: 29 Cent pro kWh*
- Jährliche Strompreissteigerung: 5 Prozent
- Einspeisevergütung: 7,86 Cent pro kWh*
* bei Teileinspeisung ab 1. August 2025
| Kosten und Einnahmen | PV-Anlage 4 kWp (30 Prozent Autarkiegrad) | Keine PV-Anlage (0 Prozent Autarkie, 100 Prozent Strombezug aus dem öffentlichen Netz) |
| Anschaffungskosten inkl. Montage | 6.000 Euro | 0 Euro |
| Versicherung, Wartung, Reinigung und Reparatur für 20 Jahre | 6.000 Euro | 0 Euro |
| Netzstrom (inkl. 5 Prozent jährlicher Preissteigerung) | 28.192 Euro (70 Prozent Netzbezug) | 40.274 Euro (100 Prozent Netzbezug) |
| Einspeisevergütung (für 70 Prozent der Anlagenleistung über 20 Jahre Laufzeit) | 4.000 kWh Leistung x 0,7 x 0,0786 x 20 = + 4.497 Euro | 0 Euro |
| Gesamtkosten Strom (Netzstrom minus Einspeisevergütung) | 23.695 Euro | 40.274 Euro |
| Gesamtkosten Anlage | 12.000 Euro | 0 Euro |
| Kosten insgesamt | 35.695 Euro | 40.274 Euro |
| Differenz | + 4.579 Euro |
Wenn du eine Photovoltaik-Anlage ohne Speicher nutzt und nur 30 Prozent des Stroms selbst verbrauchst, könntest du in den nächsten 20 Jahren etwa 6.579 Euro einsparen.
Mit der Integration eines zusätzlichen Stromspeichers kannst du deinen Autarkiegrad auf bis zu 70 Prozent steigern. Das hat eine signifikante Auswirkung auf die Stromkostenberechnung, wie die nachfolgende Rechnung zeigt.
Im Vergleich zur vorherigen Rechnung kommen die Kosten für den Speicher hinzu sowie dadurch leicht erhöhte Wartungskosten. Damit die Leistung von PV-Anlage auf den Speicher abgestimmt ist, gehen wir zudem statt von einer 4-kWp-Anlage von einer 7-kWp-Anlage aus.
| Kosten und Einnahmen | PV-Anlage 7 kWp mit 10-kWh-Speicher (70 Prozent Autarkiegrad) | Keine PV-Anlage (0 Prozent Autarkie, 100 Prozent Strombezug aus dem öffentlichen Netz) |
| Anschaffungskosten inkl. Montage | 11.000 Euro | 0 Euro |
| Versicherung, Wartung, Reinigung und Reparatur für 20 Jahre | 6.500 Euro | 0 Euro |
| Netzstrom (inkl. 5 Prozent jährlicher Preissteigerung) | 12.082 Euro (30 Prozent Netzbezug) | 40.274 Euro (100 Prozent Netzbezug) |
| Einspeisevergütung (für 70 Prozent der Anlagenleistung über 20 Jahre Laufzeit) | 7.000 kWh Leistung – 2.800 kWh Eigenverbrauch = 4.200 kWh x 0,0786 x 20 = + 6.602,40 Euro | 0 Euro |
| Gesamtkosten Strom (Netzstrom minus Einspeisevergütung) | 5.480 Euro | 40.274 Euro |
| Gesamtkosten Anlage | 17.500 Euro | 0 Euro |
| Kosten insgesamt | 22.980 Euro | 40.274 Euro |
| Einsparung | 17.294 Euro | 0 Euro |
Trotz der höheren Anschaffungskosten einer Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher ermöglicht der hohe Eigenverbrauch innerhalb von 20 Jahren also eine beachtliche Stromkostenersparnis von 17.294 Euro.
Ein ausreichend großer Speicher erlaubt dir zudem, die Vorteile eines dynamischen Stromtarifs zu nutzen. Das bedeutet: Du kannst Strom in den Zeitfenstern kaufen, in denen er besonders günstig ist, weil das Angebot die Nachfrage übersteigt. Dadurch reduzierst du noch einmal die Kosten für den Netzstrom, den du in den ertragsarmen Zeiten deiner PV-Anlage beziehst.
Hinzu kommt: In dieser Berechnung sind mögliche Subventionen und Zuschüsse für Photovoltaik noch nicht berücksichtigt. Das demonstriert deutlich: Photovoltaik lohnt sich.
Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.
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