Letzte Aktualisierung:
23.07.2025
3 Minuten
Wie viel Strom wird in Deutschland verbraucht? Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien? Kann Deutschland sich selbst mit Strom versorgen – und wie sehen die Prognosen für die Zukunft aus? Wir ordnen für dich die aktuellen Zahlen zur Stromerzeugung in Deutschland ein.
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland insgesamt 497 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Davon wurden jedoch nur 431,5 Milliarden kWh tatsächlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist.1
Dass die Bruttostromerzeugung höher liegt als die tatsächlich eingespeiste Menge, hat mehrere Gründe:
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stetig angewachsen. 2024 stammten 59,4 Prozent des erzeugten Stroms aus nicht-fossilen Energieträgern – das waren 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. So sah die Verteilung nach Energieträgern im Einzelnen aus:
Strom aus erneuerbaren Energien:
Strom aus fossilen Energieträgern:

Quelle: Statistisches Bundesamt
Ein marginaler Anteil des eingespeisten Stroms wird durch „sonstige Energieträger“ erzeugt. Dazu zählen beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke, Müllverfeuerungsanlagen oder Geothermieanlagen.
Ja. Grundsätzlich gilt: Deutschland kann sich selbst mit Strom versorgen. Tatsächlich wurde 2024 in Deutschland weniger Strom erzeugt als verbraucht wurde: Der Bedarf lag mit 457,8 Milliarden kWh um rund 26 Milliarden kWh höher als die Produktion. Die Differenz ergibt sich aber aus Im- und Exporten – und damit aus rein ökonomischen Gründen: Zu einigen Zeiten ist es günstiger, Strom aus dem Ausland zu kaufen.
Zu anderen Zeiten kaufen Nachbarländer Strom aus Deutschland, weil er zu diesem Zeitpunkt für sie günstiger ist – womit sie zur Auslastung deutscher Kraftwerke beitragen. Viele deutsche Kraftwerke haben zudem ihre Produktion verringert, weil die Nachfrage nach Strom in den vergangenen Jahren gesunken ist, nicht zuletzt durch den Rückgang der industriellen Produktion.
In früheren Jahren lag die Bruttostromerzeugung in Deutschland auch schon deutlich höher als 2024, 2018 beispielsweise bei 586 Milliarden kWh. Seitdem wurden zwar einige konventionelle Kraftwerke abgeschaltet, im Gegenzug aber hat sich die Produktion erneuerbarer Energien gesteigert. Technisch wäre Deutschland jedoch in der Lage, den hiesigen Bedarf abzudecken. Sollte der Bedarf steigen und weitere fossil betriebene Kraftwerke abgeschaltet werden, könnte jedoch der Bau zusätzlicher Backup-Kraftwerke erforderlich werden.
Im Jahr 2023 hat die damalige Bundesregierung beschlossen, dass Deutschland bis 2030 mindestens 80 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugen soll und dieses Ziel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Strom, insbesondere durch eine wachsende Zahl an Wärmepumpen, den Ausbau der E-Mobilität und die immer stärkere Digitalisierung. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schätzt beispielsweise, dass der Stromverbrauch in Deutschland bis 2030 auf bis zu 700 Milliarden kWh steigen wird.
Soll dieser Bedarf gedeckt und gleichzeitig das hohe Niveau der Netz-Sicherheit gehalten werden, braucht es neben einem Ausbau der Netze weitere Maßnahmen wie den Ausbau von Speicherkapazitäten, den Einsatz von Reservekraftwerken und die Integration intelligenter Stromnetze.
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Quelle: Statistisches Bundesamt