Letzte Aktualisierung:
21.11.2025
4 Minuten
Du besitzt bereits eine Photovoltaikanlage, möchtest aber den Strom auch nutzen, wenn die Sonne nicht scheint? Wir zeigen dir, warum es sich lohnt, eine Photovoltaikanlage mit einem Stromspeicher nachzurüsten – und worauf du dabei achten solltest.
Durch die Installation deiner PV-Anlage hast du bereits viele Vorteile vereint: Du kannst deinen Autarkiegrad deutlich erhöhen und bist dadurch weniger vom öffentlichen Netz abhängig, reduzierst gleichzeitig deine Stromkosten, verbesserst deine persönliche Klimabilanz und steigerst den Wert deiner Immobilie. Wenn du deine PV-Anlage um einen Stromspeicher ergänzt, kannst du diese Vorteile weiter ausbauen.
Wenn im Zusammenhang mit PV-Anlagen von Stromspeichern die Rede ist, sind genau genommen Batteriespeicher gemeint, die eigentlich nur eine Unterart von Stromspeichern darstellen. In der Praxis werden beide Begriffe aber synonym verwendet.
Wird mehr Solarstrom produziert, als für den Hausverbrauch gerade benötigt wird, kannst du diesen in einem Stromspeicher bzw. Batteriespeicher speichern. Dieser enthält mehrere Akkus, die die elektrische Energie in chemische Energie umwandeln. Sobald im Haushalt Strom benötigt wird, läuft dieser Vorgang in umgekehrter Richtung ab: Die Akkus geben den benötigten Strom wieder ab. Wenn mehr überschüssiger Strom produziert wird, als der Speicher aufnehmen kann, wird dieser wie bisher ins öffentliche Stromnetz eingespeist.
Es gibt zwei verschiedene Arten von Speichersystemen: AC-Systeme arbeiten mit Wechselstrom als Eingangsstrom, DC-Systeme mit Gleichstrom als Eingangsstrom.
AC-Speicher werden hinter diesem Wechselrichter angeschlossen. DC-Speicher hingegen werden direkt von der PV-Anlage versorgt und darum zwischen der Anlage und dem Wechselrichter installiert. Weil es bei einer vorhandenen PV-Anlage bereits einen Wechselrichter gibt, lässt sich ein AC-Speicher in der Regel leichter nachrüsten.
Das hängt davon ab, wann deine PV-Anlage in Betrieb gegangen ist. Bis Anfang der 2010er-Jahre war die Einspeisevergütung für Strom, den Sie ins Netz einspeisen, ein wirtschaftlich wichtiger Faktor für private Anlagenbetreiber. Inzwischen ist sie jedoch massiv gesunken. Gleichzeitig wird sich Strom aus dem Netz voraussichtlich in Zukunft weiter verteuern. Ist deine PV-Anlage erst seit wenigen Jahren in Betrieb oder sogar noch in Planung, macht sich ein hoher Eigenverbrauch also besonders bezahlt.
Dazu folgende Beispielrechnung:
Die Einspeisevergütung einer relativ kleinen Anlage mit einer Leistung von 5 Kilowatt Peak (kWp) liegt seit dem 1. August 2025 bei 7,86 Cent je eingespeister Kilowattstunde. Als Preis für den Netzstrom legen wir einen realistischen Strompreis von 32 Cent pro Kilowattstunde (kWh) an.
Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden und einem jährlichen Ertrag von 5.000 Kilowattstunden – das entspricht grob dem Deutschlandmittel – ergibt sich folgende Rechnung:
| Eigenverbrauch ohne Speicher: rund 25 Prozent | Eigenverbrauch mit 5-kWh-Speicher: rund 50 Prozent | Eigenverbrauch mit 10-kWh-Speicher: rund 60 Prozent |
Eigenverbrauch | 1.000 kWh | 2.000 kWh | 2.400 kWh |
Einspeisung | 4.000 kWh | 3.000 kWh | 2.600 kWh |
Einnahmen aus Einspeisevergütung | 314 Euro | 236 Euro | 204 Euro |
Netzstrom | 3.000 kWh | 2.000 kWh | 1.600 kWh |
Stromkosten | 960 Euro | 640 Euro | 512 Euro |
Gesamtkosten | 646 Euro | 404 Euro | 308 Euro |
Wie erkennbar ist, sind deutliche Einsparungen bei den Stromkosten möglich. Diese müssen aber zu den Kosten der Installation ins Verhältnis gesetzt werden. Vor der Anschaffung solltest du dir darum fachlichen Rat einholen, um zu ermitteln, welche Speicherkapazität zu deinem Durchschnittsverbrauch und der Leistung deiner PV-Anlage passt. Grundsätzlich gilt: Immer mehr PV-Anlagen werden früher oder später mit einem Batteriespeicher ausgestattet – auch weil die steigende Nachfrage dazu geführt hat, dass die Preise in den vergangenen Jahren massiv gesunken sind.
Unter Umständen kannst du für die Nachrüstung eines Batteriespeichers staatliche Fördermittel erhalten. Einen direkten Zuschuss für Speicher durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es derzeit nicht mehr, aber die KfW gewährt den Förderkredit 270 Erneuerbare Energien „Standard“2 zu günstigen Konditionen. Darüber hinaus haben auch viele Bundesländer Förderprogramme. Die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie bietet eine aktuelle Übersicht über Förderungen auf Bundes-,Landes- und EU-Ebene. Um keine verfügbare Förderung zu übersehen, solltest du auch hier am besten fachlichen Rat einholen – und das unbedingt vor dem Kauf des Speichers.
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