Die größten Fehler

... bei Planung & Kauf einer Wärme­pumpe

Mann mit nachdenklichem Gesichtsausdruck sitzt vor einem Laptop und berührt seine Stirn

Letzte Aktualisierung:

12.10.2026

3 Minuten

Wärmepumpe planen:
Diese Fehler solltest du vermeiden

Eine Wärmepumpe kann Heizkosten senken und dein Zuhause klimafreundlicher machen. Doch es gibt wichtige Punkte, die in der Planungsphase leicht übersehen werden und dich im Nachhinein viel Aufwand und Geld kosten können. Erfahre, worauf du achten solltest.

Eine Wärmepumpe kann dich als Hausbesitzer:in unabhängiger von fossilen Brennstoffen machen und dir ermöglichen, langfristig Energie zu sparen. Damit das gelingt, solltest du darauf achten, typische Fehler bei der Planung zu vermeiden.

Fehler 1: Die Wärme­pumpe falsch dimension­ieren

Die Heizleistung der Wärmepumpe wird in Kilowatt angegeben und muss zum tatsächlichen Heizbedarf deines Hauses passen. Ist sie zu klein, kann die Wärmepumpe an kalten Tagen überfordert sein und liefert möglicherweise nicht genug Wärme. Ist sie zu groß, investierst du unnötig viel in den Kauf und riskierst einen ineffizienten Betrieb.

Welche Heizleistung du benötigst, zeigt eine professionelle Berechnung der Heizlast – diese gibt an, wie viel Wärme jeder Raum benötigt. Dabei werden unter anderem die Größe der Räume, die Dämmung des Gebäudes und die vorhandenen Heizflächen berücksichtigt.


Fehler 2: Nur auf den Kaufpreis achten

Achte nicht nur auf den Kaufpreis, sondern auch auf die Gesamtkosten der Wärmepumpe. Ein scheinbar günstiges Angebot kann am Ende teurer werden, wenn wichtige Leistungen oder Anpassungen nicht enthalten sind. Prüfe deshalb genau, welche der folgenden Leistungen im Angebot enthalten sind:

  • Ein Fundament inklusive Kondensatablauf: Bei einer Außenaufstellung benötigst du ein geeignetes Fundament. Der Kondensatablauf sorgt dafür, dass anfallendes Wasser abgeleitet wird und nicht gefriert oder Schäden verursacht.
  • Eine Anpassung der Elektroinstallation gemäß den technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Stromanbieters. Abhängig von der Leistung der Anlage und den örtlichen Voraussetzungen benötigst du beispielsweise neue Leitungen, eine separate Absicherung oder Anpassungen im Zählerschrank.
  • Ein hydraulischer Abgleich. Dieser sorgt dafür, dass alle Heizflächen ausreichend mit Wärme versorgt werden und die Wärmepumpe effizient arbeiten kann. Falls du für den Einbau deiner Wärmepumpe Fördermittel in Anspruch nehmen willst, oder wenn zu deiner Immobilie sechs oder mehr Wohnungen gehören, bist du dazu laut Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) zudem verpflichtet. Das Angebot sollte eine Dokumentation und eine möglicherweise nötige Anpassung der Wärmeverteilung einschließen.
  • Eine Heizlastberechnung gemäß DIN 12831.
  • Regelmäßige Wartung der Heizungsanlage, durch die Verschleiß oder technische Probleme frühzeitig erkannt und beseitigt werden können.

Fehler 3: Die Voraussetzungen des Gebäudes ignorieren

Moderne Wärmepumpen können auch in Altbauten effizient arbeiten. Allerdings müssen die Voraussetzungen dafür stimmen. Besonders effizient arbeiten Wärmepumpen in Gebäuden, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Ist das bei deinem Haus nicht der Fall, solltest du daran denken, die Dämmung des Gebäudes zu verbessern oder größere Heizkörper einbauen zu lassen, die auf die Werte abgestimmt sind, die in der Heizlastberechnung ermittelt wurden.

In unserem Ratgeber erfährst du, wie du Wärmepumpen auch ohne Fußbodenheizungen effizient nutzen kannst.

Fehler 4: Die falsche Wärme­pumpen-Art auswählen

Unterschiedliche Wärmepumpenarten haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind besonders verbreitet, weil sie vergleichsweise einfach zu installieren sind. Erdwärmepumpen können sehr effizient sein, sind aber teurer und erfordern Bohrungen oder größere Erdarbeiten. Lass dich am besten von einem Fachbetrieb darin beraten, welche Wärmepumpe für dein Grundstück und den Wärmebedarf deines Gebäudes am besten geeignet ist.

Übrigens: Auch zwischen Monoblock-Wärmepumpen und Split-Wärmepumpen gibt es Unterschiede, die du bei der Auswahl berücksichtigen solltest.

Fehler 5: Fördermöglichkeiten nicht rechtzeitig geprüft

Für den Kauf und die Installation einer Wärmepumpe kannst du staatliche Förderungen auf Grundlage der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragen. Aber diese müssen frühzeitig beantragt werden. Prüfe deshalb bereits vor der Entscheidung für eine Wärmepumpe, welche Förderungen infrage kommen. Auch ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) kann dabei eine Rolle spielen. Prüfe daher, ob sich die Wärmepumpe in eine umfassendere Sanierungsstrategie einbinden lässt und ob dadurch zusätzliche Fördermöglichkeiten entstehen.

Fehler 6: Stromverbrauch und laufende Kosten falsch einschätzen

Die Betriebskosten einer Wärmepumpe hängen unter anderem vom Wärmebedarf deines Hauses, der Jahresarbeitszahl (JAZ) und dem Strompreis ab. Die JAZ beschreibt das Verhältnis zwischen der erzeugten Wärme und dem dafür eingesetzten Strom. Eine JAZ von 4 bedeutet beispielsweise, dass aus einer Kilowattstunde Strom im Jahresdurchschnitt vier Kilowattstunden Wärme entstehen.

Bei der Kalkulation solltest du auch spezielle Wärmepumpenstromtarife berücksichtigen, die oft günstiger sind als reguläre Stromtarife. Vergleiche dabei nicht nur den Arbeitspreis, sondern auch den Grundpreis und mögliche zusätzliche Kosten für einen Zähler.

In unserem Ratgeber vergleichen wir die Kosten einer Gas­heizung und einer Wärme­pumpe über den Zeitraum von 20 Jahren.

Fehler 7: Die Wärme­pumpe nicht ins Energie­system integrieren

Betrachte deine Wärmepumpe nicht isoliert, sondern als einen Teil der gesamten Energieversorgung deines Hauses. Besitzt du beispielsweise bereits eine Photovoltaikanlage, lässt sich der selbst erzeugte Solarstrom für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen. Um aufwändiges Nachrüsten zu vermeiden, solltest du daher frühzeitig prüfen, welche der folgenden Komponenten für dein Gebäude sinnvoll sind.

Diese Komponenten können dabei eine Rolle spielen:

  • Photovoltaikanlage. Du kannst selbst erzeugten Solarstrom für den Betrieb der Wärmepumpe nutzen.
  • Batteriespeicher. Ein Speicher kann dazu beitragen, Solarstrom zeitlich flexibler zu nutzen.
  • Energiemanagementsystem. Mit einem sogenannten Home Energy Management System (HEMS) kannst du die Stromverbraucher im Haushalt aufeinander abstimmen und deinen Eigenverbrauch optimieren.
  • Dynamischer Stromtarif. Zeitlich flexible Strompreise ermöglichen dir, deine Stromkosten zu reduzieren.

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