Energieeinsparverordnung (EnEV): Das musst du wissen
Im Juli 2026 wurde aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Das sieht u. a. vor, dass die 65-Prozent-Regel entfällt. Damit dürfen auch in Neubauten grundsätzlich Gas- und Ölheizungen installiert werden. Allerdings gilt eine "Biotreppe": Ab 2029 müssen fossile Heizungen einen Mindestanteil an erneuerbaren Brennstoffen nutzen, der sich schrittweise erhöht.
Details gibt's beim Bundeswirtschaftsministerium.
Gleichzeitig ändern sich die Fördersätze für den Einbau neuer Wärmepumpen. Die neuen Regeln findet Ihr auf unserer Infoseite.
Letzte Aktualisierung:
01.09.2026
4 Minuten
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt energetische Standards für Neu- und Altbauten vor und ist darum relevant für Bauherr:innen, Käufer:innen und Erb:innen von Immobilien. Auch wenn die EnEV nicht mehr als eigenständiges Gesetz besteht, gelten wesentliche Regelungen im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) weiter.
Neben der EnEV enthielten auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) Vorgaben in puncto Energieeffizienz. Alle drei wurden zur besseren Übersichtlichkeit 2020 zusammengeführt und durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt. 2026 wurde das GEG wiederum durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt. Dabei wurden die Anforderungen der EnEV weitgehend übernommen.
Ziel der EnEV war es, einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu erreichen. Heute wird dieses Ziel durch das GModG weiter verfolgt. Dazu sollen neu errichtete Gebäude möglichst wenig Energie verbrauchen und ihren Energiebedarf möglichst über regenerative Energieträger decken. Für Bestandsgebäude machte die EnEV Vorgaben zur Verbesserung des Energiestandards, beispielsweise durch den Austausch alter Heizungen und Anlagen sowie durch Dämmmaßnahmen. Der energetische Zustand wird in einem Energieausweis dokumentiert.
Der Primärenergiebedarf ist in der EnEV ein entscheidendes Kriterium für die Bewertung von Gebäuden. Er beinhaltet zum einen den Endenergiebedarf – die Menge an Energie, die ein Gebäude beispielsweise für Heizung und Warmwasser in einem bestimmten Zeitraum benötigt. Zum anderen wird die Energie berücksichtigt, die im Vorfeld durch Erzeugung, Transport, Verteilung und Speicherung verbraucht wurde.
Darum gibt es für jeden Energieträger im Gebäude einen sogenannten Primärenergiefaktor. Mit diesem Faktor wird der Endenergiebedarf multipliziert: Strom, der aus fossilen Energien produziert wird, hat beispielsweise den Faktor 1,8, Erdgas und Flüssiggas den Faktor 1,1 und erneuerbare Energien wie Solarenergie den Faktor 0,0. So bringt selbst erzeugte Solarwärme durch eine Solarthermieanlage einen rechnerischen Vorteil gegenüber zugekaufter Heizenergie einer Öl- oder Gasheizung.
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Die EnEV galt für Wohngebäude, Bürogebäude und Betriebsgebäude. Einige Wohngebäude waren von der EnEV ausgenommen, wenn sie für weniger als vier Monate jährlich genutzt wurden oder wenn sie bei begrenzter Nutzungsdauer weniger als 25 Prozent des Energiebedarfs bei ganzjähriger Nutzung verbrauchten.

Die EnEV gab Richtwerte für Heizung, Warmwasserbereitung, Kühlung, Lüftung und Wärmeverluste vor, die nicht überschritten werden durften. Neubauten mussten dementsprechend gebaut und gedämmt werden.
Wer ab dem 1. Januar 2002 einen Altbau gekauft oder geerbt hat, musste die oberste Geschossdecke dämmen, wenn sie zugänglich und der darüberliegende Raum unbeheizt ist. Bei einer Erneuerung der Hausfassade musste diese gedämmt werden. Diese Vorgabe wurde unverändert in das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) übernommen.
Darüber hinaus schrieb §10 der EnEV – der später in §72 GEG aufging – vor, dass Heizkessel, die flüssige oder gasförmige Brennstoffe nutzten und vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden waren, ausgetauscht werden mussten – ebenso wie Heizkessel, die älter als 30 Jahre waren. Diese Vorschrift wurde mit Einführung des GModG jedoch restlos gestrichen. Seit dem 29. Juli 2026 dürfen Heizungen mit fossilen Brennstoffen solange betrieben werden, wie sie funktionieren.
Sowohl die Bezeichnungen EnEV 2013, EnEV 2014 und EnEV 2016 sind weit verbreitet. Alle bezeichnen allerdings dieselbe Fassung. Hintergrund: Die geltende Fassung der EnEV, die 2020 gemeinsam mit EEWärmeG und EnEG im neuen GEG zusammengefasst wurde, war 2013 verabschiedet worden, trat 2014 in Kraft und enthielt bereits gehobene Anforderungen an Neubauten, die erst 2016 in Kraft traten.
Was passiert bei Nichteinhaltung der EnEV?
Wer gegen die EnEV verstieß, konnte von Behörden wegen Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern belegt werden. Dies gilt auch für Verstöße gegen die Regelungen, die im GModG aufgegangen sind. Dazu können die zuständigen Behörden Stichprobenkontrollen durchführen. Diese Kontrollen sind Ländersache.
Es gibt zwei Formen von Energieausweisen: Der Verbrauchsausweis erfasst den tatsächlichen Verbrauch der letzten drei Abrechnungsperioden. Der Bedarfsausweis hingegen basiert auf dem rechnerischen Energiebedarf. Der Ausweis muss unverzüglich nach Fertigstellung eines Neubaus an die Eigentümer:innen übergeben werden. Soll ein Gebäude verkauft werden, muss potenziellen Käufer:innen der Ausweis spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden.
Die wichtigsten Anforderungen der EnEV wurden 2020 in das Gebäudeenergiegesetz (GEG) übernommen und gelten heute im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) weiter. Einige Regelungen wurden seitdem jedoch weiterentwickelt
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