Letzte Aktualisierung:
06.01.2026
6 Minuten
Bifaziale Module sind eine Weiterentwicklung herkömmlicher Module. Sie können von beiden Seiten Licht aufnehmen und so höhere Erträge erzielen. Hier erfährst du alles über Funktionsweise, Lebensdauer und Kosten von bifazialen Modulen – und ob sich die Anschaffung für dich rechnet.
Monofaziale Solarmodule sind der Standard bei PV-Anlagen: Im Kern befinden sich die Solarzellen, die das Sonnenlicht in Strom umwandeln. Sie werden beidseitig von einer Kunststoffverbundfolie ummantelt, die meist aus Ethylen-Vinylacetat (EVA) besteht. Auf der Vorderseite befindet sich eine gehärtete Glasscheibe und auf der Rückseite des Moduls eine weitere Folie – weil diese aus flexiblem Material besteht, wird das Modul durch einen Metallrahmen stabilisiert.

Bifaziale Module unterscheiden sich von monofazialen Modulen in zwei Punkten.
So können bifaziale Module von beiden Seiten Licht aufnehmen und in Strom umwandeln. Und zwar nicht nur Licht, das direkt auf die Module trifft: Der wichtigste Effekt in der Praxis ist jedoch, dass bifaziale Module Licht aufnehmen, das reflektiert wird – beispielsweise von einer hellen Dachfläche, weißer Folie oder von einem hellen Kiesboden. Diesen Effekt nennt bezeichnet man als Albedo. Je höher der Albedo-Wert des Untergrunds, desto stärker das Rckstrahlvermögen: ein Albedo von 0,3 bedeutet beispielsweise, dass 30 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlen reflektiert werden.

Bifaziale Module haben einen höheren Wirkungsgrad: Sie können auf der gleichen Fläche mehr Strom erzeugen als monofaziale Module, im besten Fall bis zu 30 Prozent. Zudem haben sie eine höhere Lebensdauer. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Bei bifazialen Modulen handelt es sich meist um Glas-Glas-Module. Das bedeutet umgekehrt nicht, dass alle Glas-Glas-Module bifazial sind. Es gibt auch monofaziale Glas-Glas-Module. Ihr Wirkungsgrad ist höher als der von monofazialen Modulen mit Kunststoffrückseite, aber – wegen der fehlenden doppelseitigen Zellen – niedriger als der von bifazialen Modulen.
Bifaziale Module haben zwei Nachteile im Vergleich zu monofazialen Modulen.
Besonders geeignet sind sie für:
Zur hohen Wirksamkeit einer effizient arbeitenden bifazialen PV-Anlage kommt die lange Lebensdauer hinzu: Während für monofaziale Module meist eine Garantie von 25 Jahren gilt, sind es bei bifazialen Modulen oft 30 Jahre. Über die gesamte Lebenszeit betrachtet, können sie damit die Mehrkosten für Anschaffung und Montage oft mehr als ausgleichen.
Wie hoch der Mehrertrag genau ist, hängt jedoch von Standort, Montagewinkel und Untergrund ab. Als Faustregel gilt: Je höher das bifaziale Modul geneigt ist, desto höher der Ertrag. Dunkle Flächen – etwa Dachflächen mit dunklen Ziegeln oder viel Verschattung – können den Vorteil reduzieren oder gar zunichte machen.
Ob sich eine Photovoltaikanlage mit bifazialen Modulen bei den konkreten Gegebenheiten deiner Immobilie lohnt, solltest du deshalb vor der Investition gründlich prüfen – am besten mithilfe eines Fachbetriebs.
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