Ratgeber: Handy im Winter
Ein Mädchen fotografiert ein anderes Mädchen mit dem Handy in einer Schneelandschaft

Letzte Aktualisierung:

11.02.2026

4 Minuten

So schützt du dein Handy vor Kälte

Der Akku deines Handys lädt nicht, das Display flackert oder das Gerät schaltet sich von allein aus? Kälte kann Smartphones große Probleme bereiten – im schlimmsten Fall kann es zum Totalausfall kommen. Hier erfährst du, wie du dein Handy bei niedrigen Temperaturen schützt – und ob Outdoorhandys eine sinnvolle Alternative darstellen.

Klirrende Kälte und Smartphones vertragen sich nicht gut. Die meisten Hersteller von Smartphones geben zwar an, dass ihre Geräte bis zu 0 Grad Celsius noch funktionieren. Aber die ideale Betriebstemperatur für Smartphones liegt zwischen 10 und 20 Grad Celsius.

Fallen die Temperaturen darunter, kann sich das auf unterschiedliche Teile deines Handys auswirken. Dabei sind nicht nur die geringen Temperaturen selbst problematisch, sondern auch der schnelle Wechsel von Kälte zu Wärme.

Der Akku. In den meisten Handys sind Lithium-Ionen-Akkus verbaut, in denen sich Lithium-Ionen zwischen zwei Elektroden hin und her bewegen. Bei Kälte werden sie langsamer. Mögliche Folgen: Das Aufladen des Akkus dauert lange, der Akku leert sich schneller oder das Handy schaltet sich trotz ausreichender Akkuladung plötzlich aus.

Die Elektronik. Auch im Prozessor und im Speicher deines Handys befinden sich Elektronen, deren Bewegungen sich bei Kälte verlangsamen. Mögliche Folgen: Funktionen verlangsamen sich, insbesondere in Kombination mit einem niedrigen Akkustand. Beim Übergang vom Kalten ins Warme kann sich zudem im Inneren des Smartphones Kondenswasser bilden, das zu Korrosion oder Kurzschlüssen führen kann.

Das Display. Viele ältere iPhones oder günstige Android-Handys haben ein LCD-Display, in dem Flüssigkristalle ihre Ausrichtung ändern, um Licht durchzulassen oder zu blockieren. Bei Kälte bewegen sich diese langsamer und können im schlimmsten Fall einfrieren. Mögliche Folgen: Blasse Farben, flackerndes Display, unscharfe Kontraste – oder sogar ein schwarzer Bildschirm.

Moderne iPhones und hochwertige Android-Handys verfügen über OLED- oder AMOLED-Displays, die statt Flüssigkristallen selbstleuchtende Dioden enthalten. Diese sind deutlich kälteresistenter, doch bei sehr niedrigen Temperaturen können auch sie Ausfallerscheinungen zeigen. Mögliche Folgen: Der Bildschirm wirkt dunkler und die Reaktionszeiten verlangsamen sich. Zudem kann Frost die Lebensdauer der Dioden verringern.

Bei allen Typen von Displays kann extreme Kälte Risse und Brüche in den Bildschirmen verursachen – auch hier ist das Risiko bei OLED-Displays geringer, aber nicht ausgeschlossen.

Wichtig:

Die meisten Probleme, die durch Kälte verursacht werden, legen sich, sobald das Handy sich wieder erwärmt hat. Setzt du dein Gerät häufiger Temperaturen von weniger als –10 °C aus, droht jedoch die Gefahr dauerhafter Akkuschäden und Displayprobleme.

So schützt du dein Handy vor Kälte

  • Nutze dein Handy so wenig wie möglich. Lasse das Gerät in Situationen, in denen es längere Zeit großer Kälte ausgesetzt ist, ausgeschaltet – beispielsweise auf der Skipiste oder bei einer langen Wanderung im Schnee. Willst du im Freien telefonieren, verwende am besten Kopfhörer. So kann das Smartphone in der Hülle oder Hosentasche bleiben.
  • Lasse das Handy nicht im Auto. Denn der Innenraum kühlt sich nach dem Abschalten des Motors schnell herunter. Innerhalb von ein bis zwei Stunden kann die Temperatur genauso niedrig liegen wie außerhalb des Autos, bei starkem Frost sogar noch schneller.
  • Auch in Rucksäcken und Taschen kühlen Handys schnell aus. Transportiere das Handy nah am Körper, am besten in der Jackeninnentasche, in der Hosentasche oder in einer Handyhülle zum Umhängen unter der Jacke. Oder benutze Hüllen, die das Gerät vor Kälte schützen, idealerweise spezielle Thermohüllen.
  • Du solltest das Handy keinesfalls in kaltem Zustand aufladen. Warte, bis das Gerät wieder Zimmertemperatur erreicht hat. Nutze jedoch niemals einen Föhn oder die Heizung zum Aufwärmen – große Hitze kann das Handy ebenso schädigen wie extreme Kälte.

Ist dein mobiles Internet schnell genug?

In unserem Ratgeber erfährst du, welche Datengeschwindigkeit du brauchst, um problemlos zu surfen.

Was soll ich tun, wenn das Handy bei Kälte ausgeht?

Wenn sich dein Handy bei niedrigen Temperaturen von allein ausschaltet, ist das erst mal kein Grund zur Beunruhigung. Auslöser ist meist ein eingebauter Schutzmechanismus, der den Akku vor Schäden durch Kälte bewahren soll. Dann reicht es, das Gerät auf Zimmertemperatur zu erwärmen und wieder einzuschalten. Lässt sich das Gerät jedoch auch nach einer längeren Aufwärmphase nicht mehr einschalten, könnte ein dauerhafter Schaden vorliegen.

Wie schütze ich mein Handy im Winter vor Nässe?

Wenn dein Handy in den Schnee gefallen ist, kann Wasser eindringen, das im schlimmsten Fall das Gerät dauerhaft beschädigt. Neoprenhüllen können dies verhindern. Ist dein Handy dennoch nass geworden, solltest du es direkt ausschalten und es so lange auf einer saugfähigen Unterlage liegen lassen, bis es vollständig getrocknet ist. Das kann zwei Tage dauern.

Artikeltipp zum Weiterlesen

Erfahre, wie du dein Handy nicht nur im Winter vor Nässe schützen kannst – und was du tun kannst, wenn das Gerät nass geworden ist.

Lohnt es sich, Outdoor-Handys zu nutzen?

Outdoor-Handys schützen Handys durch eine robuste Ummantelung vor Stößen, Schmutz und Kälte – oft sogar vor Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Darum sind Outdoorhandys perfekt für den Einsatz bei großer Kälte.

Preislich unterscheiden sich Outdoor-Handys kaum von regulären Handys: Es gibt günstige Geräte für weniger als 200 Euro ebenso wie Modelle, die 1.000 Euro oder mehr kosten.

Die Vorteile von Outdoorhandys in puncto Temperaturunempfindlichkeit und Stabilität gehen jedoch mit Nachteilen einher. Zum einen sind sie wegen ihrer robusten Hülle unhandlicher und schwerer als die meisten Handys. Zum anderen können sie technisch meist nicht mit regulären Kameras in vergleichbaren Preisklassen mithalten: Outdoorhandys haben oft schwächere Prozessoren, dunklere Bildschirme und keine hochwertigen Kameras. Bei einigen Nischenherstellern ist zudem die Versorgung mit datenschutzrelevanten Updates unsicher.

Wenn du einen Beruf ausübst, bei dem du auch im Winter ständig im Freien bist oder viel Zeit auf der Skipiste verbringst, kann es sich lohnen, ein Outdoorhandy als Zweitgerät anzuschaffen oder sogar dein bisheriges Handy gegen ein Outdoorhandy einzutauschen. Willst du jedoch lediglich kurze Zeiträume an einigen wenigen kalten Wochen im Jahr überstehen, solltest du diesen Schritt gut überlegen. Denn für ein Selfie im Schnee oder eine kurze WhatsApp auf dem Weg zur Arbeit kannst du in der Regel auch im Winter auf dein reguläres Handy vertrauen.

Welches Smartphone passt am besten zu dir? Informiere dich hier über die Modelle, die EWE in Kombination mit einem Vertrag anbietet.