Letzte Aktualisierung:
15.01.2026
8 Minuten
Dein Handy enthält fast alle Daten, die in deinem Leben wichtig sind: Fotos, Chats, Kontakte, Gesundheitsdaten, Passwörter und Finanzinformationen. Das macht es zum idealen Ziel für Angreifer, die Daten abgreifen, Konten übernehmen oder Geräte ausspionieren wollen. Wir erklären, wie du dich dagegen schützen kannst.
Typische Gefahren für die Daten auf deinem Handy sind Phishing-Links, gefälschte Apps und Malware – beispielsweise in Form von Viren, die über Downloads oder manipulierte Nachrichten auf dein Gerät gelangen. Auch Spyware kann unbemerkt installiert werden und Aktivitäten überwachen. In offenen WLANs drohen zudem Mitlese- und Manipulationsangriffe.
Typische Anzeichen dafür, dass dein Handy gehackt wurde, sind:
Als Android-Nutzer:in kannst du dein Handy mit Google Play Protect im Play Store auf Viren prüfen. Der integrierte Scanner durchsucht deine installierten Apps und warnt bei gefährlichem Verhalten. Auf iPhones gibt es keinen Scanner, aber das Betriebssystem iOS erkennt verdächtige Aktivitäten automatisch und meldet sie.
Schalte als Erstes mobile Daten, WLAN und Bluetooth aus, damit eine mögliche Schadsoftware keine Informationen mehr übertragen kann. Versetze das Gerät in den Flugmodus und ändere wichtige Passwörter über ein anderes Gerät. Beende verdächtige Apps, überprüfe Anwendungen, die du erst kurz zuvor installiert hast – und deinstalliere alles, was dir nicht vertraut ist. Lösche zudem den Cache und die Browserdaten.
Wenn die Probleme bleiben, hilft ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen (Werksreset). Bedenke dabei: Du verlierst alle gespeicherten Daten wie Fotos, Kontakte oder Chatverläufe. Deshalb solltest du vorher ein Backup erstellen – achte dabei darauf, ob frühere Backups auch mit Malware infiziert sind und den Virus mitinstallieren könnten.
Ein Antivirus-Programm ist vor allem auf Android sinnvoll, da die Sicherheitsanforderungen an Apps geringer sind als bei Apple. Ein guter Virenschutz scannt Apps beim Installieren, erkennt verdächtige Aktivitäten und warnt vor gefährlichen Webseiten. Viele Anbieter bieten kostenlose Basis-Scans an.
Klicke niemals auf Links aus unbekannten SMS, E-Mails oder Messenger-Nachrichten. Prüfe immer die Absenderadresse und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung für wichtige Konten. Wenn dein Handy gehackt wurde, informiere deine Bank und deinen Provider.
Wähle eine starke PIN oder ein komplexes Passwort. Aktiviere unbedingt die automatische Displaysperre und wähle eine kurze Zeitspanne, damit dein Handy nicht unnötig lange ungesichert bleibt. Auch Funktionen wie automatische Updates, App-Überprüfungen und ein gesperrter Bildschirm für Benachrichtigungen erhöhen die Sicherheit.
Moderne Fingerabdrucksensoren und Gesichtserkennungen sind sehr sicher. Trotzdem solltest du sie immer mit einer PIN oder einem Passwort kombinieren, da diese im Hintergrund weiterhin als Master-Sperre dienen.
In öffentlichen WLAN-Netzen können Daten abgefangen oder manipuliert werden. Deshalb solltest du sie nicht für Online-Banking, Einkäufe oder Logins zu sensiblen Konten nutzen. Verwende stattdessen dein mobiles Datenvolumen oder richte einen persönlichen Hotspot ein. Damit sich dein Handy nicht ungefragt in offene Netze einwählt, solltest du die automatische WLAN-Verbindung deaktivieren.
Eine unbemerkte Ortung ist nur möglich, wenn jemand Zugriff auf deine Konten hat oder zuvor Spyware installiert wurde – unabhängig davon, ob du die Gerätortung deines Handys eingeschaltet hast oder nicht. Mit sicheren Passwörtern, aktueller Software und aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung reduzierst du das Risiko stark.
Eine starke Bildschirmsperre ist der wichtigste Schutz, damit niemand auf deine Daten zugreifen kann. Aktiviere zusätzlich die Gerätortung („Mein Gerät finden“ bei Android bzw. „Wo ist?“ bei Apple), um dein Handy im Notfall zu lokalisieren oder es aus der Ferne zu sperren. Wurde dein Handy im entsperrten Zustand gestohlen oder kurzzeitig manipuliert, solltest du sofort handeln:
Viele Apps fordern mehr Daten an, als für ihre Funktionen nötig sind, beispielsweise Zugriff auf Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte, Fotos oder deinen Kalender. In den Einstellungen kannst du Berechtigungen einsehen und einschränken. So verhinderst du, dass sensible Daten missbraucht werden.
Viele Apps verfügen über Ortungsfunktionen. Diese sind praktisch für Navigation oder Wetter-Apps, sollten aber nur aktiv sein, wenn du sie wirklich brauchst. Auch Bluetooth und NFC stellen potenzielle Angriffspunkte dar. Moderne Betriebssysteme bieten „Beim Verwenden der App“-Freigaben, die deine Privatsphäre schützen.
Lege eine Checkliste an, welche Schritte bei Diebstahl, Datenverlust oder einem Hackerangriff zu erledigen sind: Passwörter ändern, Konten überwachen, Geräte orten oder löschen. Notiere wichtige Nummern, etwa von Sperrhotlines, Bank, Mobilfunkanbieter und Arbeitgeber.
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