Heizungsoptimierung: Pflicht und Förderung 2026
Letzte Aktualisierung:
03.09.2026
3 Minuten
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist, verpflichtet Eigentümer:innen bestimmter Gebäude dazu, ältere Heizanlagen zu überprüfen und zu optimieren, um ihre Effizienz zu steigern.
Die Pflicht betrifft Heizungsanlagen, die Wasser als Wärmeträger nutzen – mit Ausnahme von Wärmepumpen – in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbstständigen Nutzungseinheiten, beispielsweise Ladenlokalen oder Büros.
Für Heizungsanlagen, die nach dem 30. September 2009 eingebaut oder aufgestellt wurden, gilt: Du musst nach Ablauf von 15 Jahren ab Einbau oder Aufstellung innerhalb eines Jahres die Heizung prüfen und gegebenenfalls optimieren lassen.
Für Anlagen, die vor dem 1. Oktober 2009 eingebaut oder aufgestellt waren, gilt für die Heizungsprüfung und -optimierung eine Frist bis zum 30. September 2027.
Gut zu wissen: Das GModG ersetzt das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das auch als Heizungsgesetz bekannt ist. Die Vorgaben zur Heizungsoptimierung haben sich dadurch nicht geändert.
Ein hydraulischer Abgleich kann zum einen technisch sinnvoll sein – und ist zum anderen Voraussetzung für eine BAFA-Förderung zur Verbesserung der Anlageneffizienz (siehe unten: „Gibt es eine Förderung für Heizungsoptimierung?“). Im letzteren Fall muss die gesamte Anlage und nicht nur ein einzelner Anlagenteil abgeglichen werden.
Die gesetzlich vorgeschriebene Heizungsprüfung ist jedoch nicht das Gleiche wie ein hydraulischer Abgleich, kann aber in dessen Rahmen durchgeführt werden.
Wie gehe ich als Eigentümer:in am besten vor?
Als Eigentümer:in solltest du zunächst eine fachkundige Person oder einen Fachbetrieb für die Heizungsprüfung beauftragen. Das Ergebnis muss schriftlich festgehalten werden. Werden darin Optimierungsmaßnahmen empfohlen, müssen diese innerhalb eines Jahres nach der Heizungsprüfung durchgeführt worden sein.
Das sind die wichtigsten Punkte, die regelmäßig überprüft und angepasst werden sollten, um die Effizienz der Anlage zu verbessern und den Energieverbrauch zu senken
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst auf Grundlage der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Maßnahmen zur Verbesserung der Anlageneffizienz von Heizungen.
Achtung: Diese Förderung gilt nur für Bestandsgebäude mit höchstens fünf Wohneinheiten oder Nichtwohngebäuden bis zu 1.000 Quadratmetern beheizter Fläche, also gerade nicht für Besitzer:innen von Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten, die zur Heizungsprüfung verpflichtet sind.
Wenn du zur letzteren Gruppe gehörst, hast du jedoch unter Umständen Anspruch auf Fördermittel aus anderen BEG-Programmen. Nämlich dann, wenn die Heizungsoptimierungen Teil einer anderen geförderter Maßnahme sind – beispielsweise bei einer geförderten Sanierung zum Effizienzhaus oder Effizienzgebäude oder im Zusammenhang mit einem geförderten Heizungstausch.
Was ist die Voraussetzung für eine Förderung der Heizungsoptimierung?
Voraussetzung der Förderung ist unter anderem, dass die Heizungsanlage mindestens zwei Jahre alt ist. Bei Heizungen mit fossilen Brennstoffen darf der Wärmeerzeuger höchstens 20 Jahre alt sein.
Wie hoch ist die Förderung der Heizungsoptimierung?
Die Förderung beträgt 15 Prozent der Investitionskosten, wobei das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen 300 Euro beträgt. Ist die Heizungsoptimierung Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), kannst du zusätzlich einen Förderbonus von fünf Prozent erhalten, sodass insgesamt bis zu 20 Prozent Zuschuss möglich sind. Den Antrag auf Förderung musst du vor Beginn der Heizungsoptimierung online beim BAFA stellen.
Was passiert, wenn ich Fristen zur Heizungsoptimierung verpasse?
Wer eine gesetzlich vorgeschriebene Heizungsprüfung nicht oder nicht rechtzeitig durchführt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dann droht ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro. Das Gleiche gilt, wenn vorgegebene Optimierungsmaßnahmen nicht innerhalb eines Jahres durchgeführt werden. Wenn du die Heizungsprüfung oder Optimierungsmaßnahmen bereits hättest durchführen lassen müssen, solltest du dies so schnell wie möglich nachholen.
Beantworte direkt hier einige Fragen zu deinen individuellen Ansprüchen – unser Expertenteam meldet sich dann bei dir.
- Checkliste Wärmepumpe: Warum werden Heizkörper nicht warm?
- Das kostet eine Wärmepumpe: Anschaffung und Förderung
- Hausnebenkosten: Was auf Hausbesitzer zukommt
- Heizkörper reinigen: Wie, wann und warum?
- Heizkörper wird nicht warm: Lösung und Tipps
- Heizkosten pro Quadratmeter bestimmen
- Heizkosten sparen: 9 Maßnahmen, die sich lohnen
- Heizperiode: Mindesttemperatur, Mietrecht & mehr
- Heizung entlüften und Heizsystem entlasten
- Heizung richtig einstellen: 8 Effizienz-Maßnahmen
- Heizung verliert Druck – was ist zu tun?
- Heizung: Nachtabsenkung verständlich erklärt
- Heizung: Thermostat richtig einstellen.
- Heizungsarten im Überblick
- Lautstärke von Wärmepumpen
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Funktion, Vor- & Nachteile
- Luftwechselrate einfach berechnen und verstehen
- Unterschiede bei Heizkörpertypen
- Wärmepumpen auch ohne Fußbodenheizung sinnvoll?
- Was ist Biogas und welche Vorteile bietet es?
- Was regelt die kommunale Wärmeplanung?
- Was tun, wenn die Heizung klopft
- Kosten, Ablauf, Vorschriften & Intervalle bei der Wartung von Gasthermen
- Zirkulationspumpe für die Warmwassernutzung