Ratgeber: Viren auf dem Handy
Stilisierte Abbildung von VIren

Letzte Aktualisierung:

18.03.2026

5 Minuten

Keime und Viren: So kannst du dein Handy am besten reinigen

Auf dem Display deines Handys können Bakterien und Viren Stunden oder Tage überleben. Aber das ist kein Grund zur Beunruhigung: Mit dem richtigen Reinigungsmittel stellst du sicher, dass dein Smartphone nicht zur Virenschleuder wird. Ganz nebenbei verbesserst du auch die Leistung deines Geräts.

Dein Smartphone begleitet dich überall hin – in Bus und Bahn, in die Umkleidekabine des Sportstudios und manchmal sogar auf die Toilette. Kein Wunder also, dass sich auf ihm unzählige Keime sammeln. In einer Studie1 wurde beispielsweise festgestellt, dass sich auf einzelnen Geräten bis zu 173 verschiedene Bakterienarten und acht verschiedene Pilzarten befanden. Das kann potenziell Erkrankungen auslösen, denn im Schnitt fassen Smartphone-Nutzer:innen ihre Geräte mehrere hundert Mal am Tag an und führen sie nahe an ihr Gesicht2.

So lange überleben Keime auf deinem Handy

Viele Bakterien können auf glatten Oberflächen mehrere Stunden bis Tage überdauern, vereinzelt sogar Wochen. Entscheidend sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonnenlicht. Trockene Heizungsluft lässt viele Keime schneller absterben, eine feuchte Umgebung verlängert ihr Überleben.

Darum besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dein Handy eine wahre Bakterien- und Virenschleuder ist. Das ist zunächst kein Grund zur Sorge. Denn in den meisten Fällen handelt es sich um natürliche Keime wie Staphylococcus aureus oder Escherichia coli, die ohnehin auf deiner Haut oder in deinem Körper vorkommen. Ist dein Immunsystem stabil, ist dein Risiko zu erkranken deshalb eher gering. Wenn dein Immunsystem geschwächt ist – beispielsweise durch eine Erkältung – steigt die Gefahr jedoch. Hinzu kommt: Wenn du nach dem Anfassen des Handys körperlichen Kontakt mit anderen Personen hast oder ihnen dein Handy überlässt, kannst du dabei Erreger weitergeben. Grund genug also, dein Handy zu reinigen.

Nebenbei erhöht regelmäßiges Reinigen auch die Leistungsfähigkeit deines Handys. Saubere Displays etwa stellen Farben besser dar als verdreckte, saubere Mikrofone sorgen für besseren Klang – und saubere Ladebuchsen dafür, dass dein Akku effizient lädt.

Die Oberfläche deines Handys solltest du täglich reinigen, Anschlüsse und Öffnungen im Idealfall einmal pro Woche.

Diese Reinigungsmittel solltest du vermeiden

Nicht alle Reinigungsmittel sind für dein Handy geeignet. Dazu gehören unter anderem aggressive Chemikalien oder raue Tücher, aber auch reinen Alkohol oder Glasreiniger solltest du nicht zum Reinigen deines Handys benutzen. Diese Produkte können dein Handy beschädigen, weil sie Dichtungen angreifen und Schlieren oder Kratzer im Display verursachen können – im schlimmsten Fall hinterlassen sie Beschädigungen, die teure Reparaturen nach sich ziehen. Vermeide darum unbedingt:

  • Handdesinfektionsmittel mit Duftstoffen
  • Fenster- und Küchenreiniger
  • Papiertücher
  • Essig
  • Reinen Alkohol
  • Seife
  • Glasreiniger

Lohnt sich eine Handy-Reparatur?

Nicht bei jedem Schaden musst du ein neues Gerät kaufen. In unserem Ratgeber erfährst du, in welchen Fällen eine Reparatur die bessere Lösung ist.

Trockenreinigung: So kannst du dein Handy täglich säubern

Auch ganz ohne Reinigungsmittel kannst du effizient Keime beseitigen. Für die tägliche Reinigung reicht ein sauberes Mikrofasertuch, wie es viele Brillenträger:innen zum Putzen ihrer Gläser verwenden. Damit kannst du Fett, Schmutz und Keime auf dem Display um bis zu 80 Prozent reduzieren. Achte darauf, immer ein frisches Tuch zu nutzen, sonst trägst du zuvor weggewischte Keime wieder auf. Wische nicht nur über den Bildschirm, sondern auch über die Rückseite und die Seiten.

Wichtig: Vor der Reinigung solltest du das Handy ausschalten und das Ladekabel ziehen. Ist das Gerät stark erhitzt, solltest du es zudem erst abkühlen lassen. Kontrolliere dabei auch, ob sich Krümel oder andere Partikel auf dem Display befinden, sonst können beim Wischen Kratzer entstehen.

Handy desinfizieren: So geht es richtig

Für eine gründlichere Keimreduzierung kannst du Desinfektionstücher mit 70 Prozent Isopropyl-Alkohol verwenden. Diese werden von einigen Smartphone-Herstellern sogar explizit empfohlen – etwa von Samsung und von Apple für alle aktuellen iPhones. Achte darauf, dass keine Flüssigkeit in Anschlüsse oder Lautsprecher gelangt und sprühe niemals Reinigungsmittel direkt auf das Handy. Alternativ kannst du UV-Desinfektionsboxen nutzen, in denen die Geräte für einige Minuten bestrahlt werden, wobei 99,99 Prozent aller Keime absterben.

Für ältere Smartphones ohne spezielle Desinfektionsfreigabe reicht ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch. Auch nicht-alkoholische Hygienesprays können die Keime reduzieren, ebenso wie Einweg-Brillenputztücher.

So reinigst du Öffnungen und Anschlüsse deines Handys

In USB- oder Lightning-Ports, Ladebuchsen, Kopfhörerbuchsen und Lautsprechern sammeln sich Staub und Krümel. Diese reinigst du am besten mit Wattestäbchen, einer kleinen sauberen Zahnbürste oder mit etwas Druckluft aus einer Sprühdose. Sei dabei sehr vorsichtig, denn die Anschlüsse sind empfindlich.

Handy nass – was nun?

In unserem Ratgeber erfährst du, wie du nach einem Wasserschaden die Feuchtigkeit aus deinem Smartphone herausbekommst, welche Fehler du dabei unbedingt vermeiden solltest – und warum Reis nicht beim Trocknen hilft.

Der beste Virenschutz: Vorbeugen statt Reinigen

Wenn du mehrere simple Verhaltensweisen einhältst, kannst du bereits im Vorfeld vermeiden, dass sich Viren und Keime zu stark auf deinem Handy ausbreiten:

  • Wasche dir regelmäßig die Hände für mindestens 20 bis 30 Sekunden.
  • Nutze dein Handy nicht auf der Toilette oder an verschmutzten Orten.
  • Nutze dein Handy nicht während des Essens und lege es beim Essen nicht auf den Tisch: So vermeidest du Krümel und Fettspuren.
  • Fasse dein Handy nicht an, wenn du dir die Hände gerade gewaschen oder eingecremt hast: Feuchtigkeit und Fett können sich im Gerät festsetzen.

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