Glasfaser: Die wichtigsten Begriffe einfach erklärt
Letzte Aktualisierung:
11.09.2026
4 Minuten
Glasfaser macht dein Internet deutlich schneller und stabiler als es mit klassischen DSL-Kupferleitungen möglich ist. Wenn du dich mit dem Thema intensiver beschäftigst, musst du dich mit einer Vielzahl an Fachbegriffen auseinandersetzen. Wir erklären, was sie bedeuten, vom Glasfaser-Modem über den Unterschied zwischen FTTC und FTTH bis zur Bedeutung von Latenz.
AON
Jeder Anschluss ist über eine aktive Netzkomponente direkt mit dem Netz verbunden, was die Latenz verringern kann. Die Technik wird vor allem von Unternehmen genutzt, weil Aufbau und Betrieb teurer sind als bei GPON.
Ausbaugebiet
Ein Gebiet, in dem der Glasfaserausbau geplant ist oder in dem er bereits durchgeführt wurde.
Ausbauquote
Mit ihr legen einige Netzbetreiber fest, wie viele Haushalte sich während der Vorvermarktung für einen Glasfaseranschluss entscheiden müssen, damit sich der Ausbau lohnt.
Dark Fiber
Glasfaserleitungen, die bereits verlegt wurden, aber noch nicht genutzt werden. Netzbetreiber nutzen sie als Reserve, um bei Erweiterungen die Bauarbeiten zu reduzieren.
Einblasen von Glasfasern
Glasfaserkabel werden mithilfe von Druckluft durch Leerrohre oder Mikrorohre eingeblasen. So können die empfindlichen Fasern ohne den Einsatz von Zugkraft schnell installiert werden.
FTTB (Fiber to the Building)
Die Glasfaserleitung endet im Gebäude, etwa im Keller eines Mehrfamilienhauses. Für die Strecke bis in die Wohnungen werden vorhandene Kabel genutzt – diese beeinflussen maßgeblich die Geschwindigkeit der Verbindung.
FTTC (Fiber to the Curb)
Die Glasfaserleitung endet am Straßenverteiler oder Kabelverzweiger. Für die restliche Strecke werden meist Kupferleitungen genutzt. Darum gilt: Je weiter die Entfernung vom Verteiler, desto schlechter die Leistung.
FTTH (Fiber to the Home)
Die Anschlussart mit der höchsten Leistung: Die Glasfaserleitung wird direkt bis in die Wohnung oder das Einfamilienhaus verlegt.
Glasfaser-Modem
Bei einigen Anbietern stellt ein separates Modem die Verbindung zwischen Glasfaseranschluss und dem Heimnetzwerk her, bei anderen ist die Technik in den Router integriert.
GPON (Gigabit Passive Optical Network)
Mehrere Haushalte teilen sich eine Glasfaserleitung, ohne dass zwischen Vermittlungsstelle und Kunden aktive Netzkomponenten benötigt werden. Das ermöglicht hohe Geschwindigkeiten.
Homes Connected
Gebäude oder Haushalte, die bereits an das Glasfasernetz angeschlossen sind. Die notwendige Infrastruktur ist vorhanden, aber möglicherweise noch nicht aktiviert worden.
Homes Passed
Gebäude oder Haushalte, an denen eine Glasfaserleitung bereits vorbeiführt und ein Anschluss möglich wäre, aber nicht notwendigerweise alle Haushalte bereits angeschlossen sind.
HÜP (Hausübergabepunkt)
Der Punkt, an dem die Glasfaserleitung des Telekommunikationsanbieters in einem Gebäude in die hausinterne Verkabelung übergeht. Er ist die Schnittstelle zwischen dem Glasfasernetz und der Verkabelung im Gebäude.
Kooperationsnetz
Mehrere Unternehmen arbeiten beim Ausbau oder Betrieb eines Glasfasernetzes zusammen. Häufig stellt ein Netzbetreiber die Infrastruktur bereit, während mehrere Internetanbieter dafür Tarife anbieten.
Latenz
Die Zeitspanne, die Datenpakete für den Weg vom eigenen Gerät zu einem Server und zurück benötigen. Eine niedrige Latenz sorgt für schnelle Reaktionszeiten, wie du sie beispielsweise beim Online-Gaming oder bei Videokonferenzen benötigst. Mit der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur kannst du die Latenz deiner Internetverbindung prüfen.
Leerrohr
Ein Rohr, durch das Glasfaserkabel verlegt werden. Sind bereits Leerrohre vorhanden, kann der Glasfaserausbau häufig schneller und mit weniger Bauaufwand erfolgen.
Mikrorohr
Besonders schmale Leerrohre, die speziell für moderne Glasfasernetze entwickelt wurden. Die Glasfaserkabel werden mithilfe von Druckluft eingeblasen.
Netzbetreiber
Der Netzbetreiber baut das Glasfasernetz auf, betreibt die Infrastruktur und sorgt für deren Wartung. In einigen Fällen ist der Netzbetreiber gleichzeitig auch Internetanbieter.
ONT (Optical Network Terminal)
Der ONT wandelt die optischen Signale der Glasfaser in elektrische Signale um, die Router und andere Netzwerkgeräte verarbeiten können. Je nach Anbieter ist der ONT ein separates Gerät oder im Router integriert.
Open Access
Mehrere Internetanbieter dürfen gemeinsam ein Glasfasernetz nutzen. So können Verbraucher:innen zwischen verschiedenen Anbietern wählen.
PON (Passive Optical Network)
Mehrere Haushalte sind über eine gemeinsame Glasfaserinfrastruktur mit dem Netz verbunden. Da zwischen Vermittlungsstelle und Kund:innen keine strombetriebenen aktiven Verteiler benötigt werden, gilt diese Technik als effizient und wartungsarm. Sie ist Grundlage für Standards wie GPON oder XGS-PON.
Spleißen
Zwei Glasfasern werden verbunden, indem ihre Enden miteinander verschmolzen werden. Nur so können große Glasfasernetze aufgebaut werden.
Symmetrische Bandbreite Glasfasernetze ermöglichen gleich hohe Download- und Upload-Geschwindigkeiten. Bei DSL-Netzen ist der Download deutlich schneller als der Upload, was beispielsweise Live-Streaming und Videokonferenzen erschwert.
Vectoring
Störungen in DSL-Leitungen werden reduziert, um die Geschwindigkeit der Leitungen zu erhöhen. Die Technik wird im Marketing teilweise als „Glasfaser-Technologie“ bezeichnet, obwohl dies nicht zutrifft.
Verfügbarkeitsprüfung
Damit kannst du feststellen, ob an einer bestimmten Adresse bereits Glasfaser verfügbar ist oder ein Ausbau geplant wird. Beispielsweise über den Breitband-Atlas der Bundesnetzagentur oder auf den Webseiten der Netzbetreiber.
Vorvermarktung
Die Phase vor dem eigentlichen Glasfaserausbau. In diesem Zeitraum versuchen die Netzbetreiber möglichst viele Haushalte für einen Glasfaservertrag zu gewinnen. H
XGS-PON
XGS-PON ist eine Weiterentwicklung des GPON-Standards und ermöglicht deutlich höhere Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde im Download und Upload. Die Technologie wird zunehmend beim Ausbau von Glasfasernetzen eingesetzt.
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