E-Auto gebraucht kaufen

Darauf solltest du beim Kauf achten

Mann steckt Ladekabel in Elektroauto während Frau daneben steht und spricht

Letzte Aktualisierung:

29.09.2026

5 Minuten

Was beim Kauf von gebrauchten E-Autos wichtig ist.

Gebrauchte Elektroautos bieten eine gute Möglichkeit, günstig in die Elektromobilität einzusteigen. Für die Kaufentscheidung spielen der Zustand der Batterie, Hersteller-Garantie und die laufenden Kosten eine wichtige Rolle. Wir zeigen dir, worauf du achten solltest.

Warum die Batterie beim gebrauchten E-Auto so wichtig ist

Die Batterie ist eines der teuersten Bauteile eines Elektroautos. Ein Austausch kann deshalb mehrere Tausend Euro kosten, manchmal sogar einen fünfstelligen Betrag.
 

Batteriezustand prüfen: Was bedeutet der State of Health (SoH)?

Eine der wichtigsten Kennzahlen beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos ist der sogenannte State of Health (SoH). Ein SoH-Wert von 85 % bedeutet beispielsweise, dass der Akku noch 85 % seiner ursprünglichen Speicherkapazität besitzt. Als Faustregel gilt: Viele gebrauchte Elektroautos weisen auch nach mehreren Jahren noch einen SoH-Wert von mehr als 80 % auf. Welcher Wert für dich ausreichend ist, hängt jedoch stark von deiner Fahrweise und deiner benötigten Reichweite ab.

Anders als bei einem Verbrennungsmotor lässt sich der Zustand der Batterie jedoch nicht von außen erkennen. Bei einigen Fahrzeugen lässt sich der SoH-Wert im Bordcomputer ablesen. Oft steht er auch in einem sogenannten Batteriezertifikat, das vor allem Händler oft beim Verkauf von gebrauchten E-Autos anbieten. Achte darauf, dass dieses Zertifikat nicht älter als 90 Tage ist.

Ab Februar 2027 wird für Elektrofahrzeugbatterien, die neu in den Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden, ein digitaler Batteriepass verpflichtend. Er soll unter anderem Informationen zum Herstellungsdatum, zur Ladehistorie, zum Kapazitätsverlauf und zu Reparaturen dokumentieren.

Wichtig: Lasse im Zweifel den SoH durch einen unabhängigen Anbieter wie Aviloo, die DEKRA oder den TÜV überprüfen. Das kostet je nach Anbieter und Umfang zwischen 60 und 200 €.

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In unserem Ratgeber erfährst du, warum du deine Batterie nicht auf 100 % laden solltest, was SoC von SoH unterscheidet und wie dir Apps dabei helfen, einen idealen Ladezustand zu erreichen.

Welche Garantien sind für Batterien von E-Autos üblich?

Die meisten Hersteller geben auf die Batterie eine Garantie. Gängig ist eine garantierte verbleibende Kapazität von 70 % nach Ablauf von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Diese geht in der Regel auf den neuen Halter über.

Gut zu wissen: Viele Händler bieten eine zusätzliche Garantie an. Oft gilt diese aber nur für Fahrzeugkomponenten wie Motor, Elektronik oder Thermomanagement und nicht für die Batterie.

Wie hoch ist die Lebensdauer von E-Autos und Batterien?

Die durchschnittliche Lebenserwartung von E-Autos liegt bei rund 18 Jahren – und damit ebenso hoch wie die von Autos mit Benzinmotor und etwas höher als die von Dieselfahrzeugen1. Entscheidender ist aber die Lebensdauer der Batterie. Ein Vergleich mehrerer Studien zeigt, dass diese oft die Herstellergarantien übertrifft: Oft lag der SoH nach acht Jahren bei knapp 90 % – und das bei Autos, die mehr als 200.000 Kilometer, teils sogar bis zu 300.000 Kilometer zurückgelegt hatten2.

Gebrauchtes E-Auto kaufen: Die 12 wichtigsten Checks vor Ort

Bevor du einen Kaufvertrag unterschreibst, solltest du diese Punkte prüfen:

  1. Batteriezustand prüfen
    Lass den SoH-Wert möglichst durch einen unabhängigen Test ermitteln.

  2. Serviceheft kontrollieren
    Prüfe, ob Wartungen regelmäßig durchgeführt wurden.

  3. Restgarantie klären
    Informiere dich, wie lange die Batteriegarantie noch gilt.

  4. Ladeanschluss und Ladekabel prüfen
    Kontrolliere, ob Anschlüsse, Kabel und Adapter unbeschädigt und vollständig sind.

  5. Probefahrt machen
    Teste das Fahrzeug mit möglichst vollgeladenem Akku und achte auf Verbrauch und Fahrgefühl. Lade bei der Fahrt, wenn möglich, einmal an einer AC- oder DC-Ladestation auf, um das Ladeverhalten zu prüfen.

  6. Rekuperation testen
    Prüfe, ob die Energierückgewinnung beim Bremsen gleichmäßig funktioniert.

  7. Bremsscheiben kontrollieren
    Da Elektroautos stärker über Rekuperation bremsen, werden die klassischen Bremsen weniger genutzt. Prüfe daher, ob sich auf den Bremsscheiben Rost gebildet hat.

  8. Reifen prüfen
    Wegen des höheren Fahrzeuggewichts und des hohen Drehmoments werden Reifen bei Elektroautos stärker beansprucht. Achte deshalb auf Profiltiefe, Alter und Zustand der Reifen.

  9. Softwarestand kontrollieren
    Frage nach, ob alle wichtigen Updates installiert wurden.

  10. Wärmepumpe prüfen
    Falls das E-Auto mit einer Wärmepumpe ausgestattet ist, solltest du prüfen, ob sie funktionstüchtig ist – das kann vor allem im Winter den Energieverbrauch für die Heizung reduzieren.

  11. Unfallfreiheit überprüfen
    Lass dir die Fahrzeughistorie zeigen und prüfe mögliche Unfallschäden.

  12. Zubehör kontrollieren
    Stelle sicher, dass Ladekabel, Adapter und weiteres Zubehör vorhanden sind.

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Was kostet ein gebrauchtes E-Auto?

Als Käufer:in eines gebrauchten Elektroautos profitierst du von einem hohen Wertverlust. Im Schnitt werden E-Autos nach drei Jahren für rund 50 % des Neupreises verkauft – zu Preisen zwischen 15.000 und 30.000 €3. Zum Vergleich: Drei Jahre alte Benzin- und Dieselautos erreichen noch 60 bis 65 % ihres Listenpreises3. Gründe dafür sind unter anderem neue Modelle mit größeren Batterien oder besserer Ladeleistung. Zudem sorgen Leasing-Rückläufer für ein wachsendes Angebot.

Wie hoch sind die laufenden Kosten eines Elektroautos?

Neben dem Kaufpreis solltest du auch die laufenden Kosten berücksichtigen. So liegen beispielsweise die Wartungskosten von Elektroautos häufig niedriger als bei vergleichbaren Verbrennern, da viele Verschleißteile wie Ölfilter, Zündkerzen oder Zahnriemen entfallen. Auch steuerlich bieten Elektroautos Vorteile: Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen Mai 2011 und Ende 2030 sind bis Ende 2030 von der Kfz-Steuer befreit.

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Gibt es staatliche Förderung für gebrauchte E-Autos?

Für den Kauf eines gebrauchten E-Autos gibt es aktuell in Deutschland keine staatliche Förderung. Allerdings bezuschusst der Staat indirekt E-Autos, die als Dienstwagen privat genutzt werden: Während du bei einem Verbrenner monatlich 1 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern musst, sind es bei einem rein elektrischen Dienstfahrzeug nur 0,25 % und bei einem Plug-in-Hybrid nur 0,5 %. Diese Regelung gilt auch für gebrauchte Elektroautos – bis zu einem Bruttolistenpreis von maximal 100.000 € bei Erstzulassung.

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Ist es sinnvoll, ein E-Auto zu kaufen?

Der Kauf eines gebrauchten E-Autos ist durchaus sinnvoll: Sie kosten deutlich weniger als  Neufahrzeuge und sind über ihre Lebenszeit betrachtet günstiger als Verbrenner. Zudem kannst du bei einer geprüften Batterie eine lange Lebensdauer erwarten.

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  1. Quelle: nature energy

  2. Quelle: Autocolumn

  3. Quelle: autohaus.de