Letzte Aktualisierung:
28.05.2026
5 Minuten
Lange Zeit waren Elektroautos in der Anschaffung deutlich teurer als vergleichbare Autos mit Benzin- oder Dieselmotor. In den vergangenen Jahren hat sich der Unterschied jedoch deutlich verringert. Teilweise ist er ganz verschwunden: So bieten einige Hersteller ihre Elektromodelle inzwischen zum gleichen Preis oder sogar etwas günstiger an als vergleichbare Verbrennermodelle.1 Das liegt zu einem großen Teil an stark gesunkenen Preisen für Elektrobatterien, dem teuersten Einzelteil von E-Autos, aber auch an höheren Produktionszahlen und einem gestiegenen Wettbewerbsdruck.
Gut zu wissen: Seit 2026 wird der Kauf von E-Autos auch wieder staatlich gefördert. Im besten Fall erhältst du beim Kauf oder Leasing eines reinen Elektroautos einen Zuschuss von bis zu 6.000 Euro und bei einem Plug-in-Hybrid bis zu 4.500 Euro.
Hier haben Elektroautos einen Kostenvorteil. Verbrenner besitzen viele verschleißanfällige Teile: Auspuff, Kupplung, Zahnriemen, Getriebe, Zündanlage oder Abgassysteme verursachen beispielsweise regelmäßig Werkstattkosten. Elektroautos hingegen sind technisch einfacher aufgebaut. Deshalb gibt es weniger Wartungs- und Reparaturbedarf. Auch ein Ölwechsel entfällt. Dadurch kannst du als Besitzer:in eines E-Autos mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Energiekosten: E-Autos kosten weniger
Auch bei den Fahrkosten schneiden E-Autos günstiger ab. Wie hoch die Differenz ausfällt, hängt jedoch davon ab, wo du dein Elektroauto lädst. Am günstigsten ist der Strom an der heimischen Wallbox – insbesondere dann, wenn du Solarstrom nutzt, den du mit deiner eigenen PV-Anlage erzeugst.
Besitzt du eine Wallbox, aber keine PV-Anlage, solltest du über einen dynamischen Stromtarif in Kombination mit „Smart Charging“ nachdenken. Bei einem dynamischen Stromtarif verändern sich die Preise stetig – abhängig vom stündlich wechselnden Strompreis der Strombörse. Smart Charging bedeutet, dass ein intelligentes Ladesystem den Beginn des Ladevorgangs steuert. So kannst du genau die Zeitfenster zum Laden nutzen, in denen Strom besonders günstig ist.
An öffentlichen Ladestationen ist der Preis pro Kilowattstunde (kWh) deutlich höher. Dabei gibt es noch einmal Preisunterschiede zwischen AC-Ladestationen und besonders schnellen DC-Ladestationen.
Hier eine Vergleichsrechnung
So viel kosten 100 gefahrene Kilometer bei einem Verbrenner. Unsere Ausgangswerte sind:
Daraus ergeben sich folgende Kosten pro 100 Kilometer:


Versicherungen für E-Autos sind häufig etwas teurer als bei vergleichbaren Verbrennern. Der Grund dafür sind die hohen Reparaturkosten, wenn es zu Schäden kommt, die Teile des sogenannten Hochvoltsystems betreffen – dazu gehören beispielsweise die Batterie, die Ladeeinheit und die Leistungselektronik. Die Kosten einer Vollkaskoversicherung eines Verbrenners mit Benzinmotor liegen bei 500 bis 700 Euro und für ein E-Auto zwischen 550 und 800 Euro. Beim selben Versicherer beträgt der Unterschied im Schnitt rund 15 bis 20 Prozent.4
Kfz-Steuer: E-Autos kosten weniger – oder gar nichts
Ein Verbrennermodell in der Kompaktklasse kostet derzeit im Schnitt zwischen 70 und 120 Euro Kfz-Steuer 5. Für reine Elektrofahrzeuge, die zum ersten Mal zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2030 zugelassen werden, musst du hingegen zehn Jahre lang keine Steuern zahlen – jedenfalls bis zum Ablauf des Jahres 2035. Während Verbrenner nach CO2-Ausstoß und Hubraum besteuert werden, sollen E-Autos dann nach Gewicht besteuert werden – wobei die Endsumme auf 50 Prozent von der eines vergleichbaren Verbrennerautos begrenzt wird.
THG-Quote: Ein Bonus für E-Autos
Weil dein E-Auto dabei hilft, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, kannst du jedes Jahr eine sogenannte Treibhausminderungsquote (THG) geltend machen. Konkret heißt das: Das Umweltbundesamt stellt dir auf Antrag jedes Jahr ein Zertifikat aus, das du über einen sogenannten Abwickler an einen Kraftstoffproduzenten verkaufen kannst. Dafür erhältst du derzeit 120 bis 200 Euro.
Welches Auto ist also in der Gesamtbetrachtung das günstigere? Dafür bilden wir Durchschnittswerte aus den oben genannten Angaben. Wir gehen dabei von einem identischen Anschaffungspreis aus – ohne Berücksichtigung der staatlichen Zuschüsse. Dabei nehmen wir an, dass das E-Auto durchgängig an der heimischen Wallbox geladen wird.
Im Ergebnis kannst du pro Jahr 1.350 Euro sparen. Bei einem Nutzungszeitraum von zehn Jahren ist das Elektroauto also rund 13.500 Euro günstiger als das Verbrennermodell. Wohlgemerkt: Auch, wenn die Grundtendenz stimmt, beruht die Rechnung auf ungefähren Werten. Nicht berücksichtigt ist dabei auch der Fall, dass du dein E-Auto bereits nach wenigen Jahren weiterverkaufst.

Autobild, https://www.autobild.de/artikel/elektroautos-auf-benziner-preisniveau-28384527.html
Carinterior, https://carinterior.alibaba.com/buyingguides/ev-efficiency-kwh-per-100-km-explained
ecomento.de, https://ecomento.de/2026/02/24/charging-radar-200000-ladepunkte-in-deutschland-dc-laden-ueberholt-ac
Versicherungsmagazin, https://www.versicherungsmagazin.de/themen/branche/unfall-mit-e-auto-teurer-als-mit-verbrenner-noch-3446914.html
Motor.com.de, https://motor.com.de/versicherung/kfz-steuer-rechner
aampere.com, https://www.aampere.com/blog/wertverlust-elektroauto-vs-verbrenner