Letzte Aktualisierung:
15.06.2026
4 Minuten
Beim Laden von E-Autos hast du zwei Optionen: AC- und DC-Laden. Die Begriffe stehen für Wechselstrom und Gleichstrom. Erfahre hier, wie sich die beiden Lademethoden unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie haben und woran du AC- und DC-Ladesäulen erkennen kannst.
AC steht für „Alternating Current“ und bezeichnet den Wechselstrom, der durch dein Hausstromnetz fließt. Für das Laden von Batterien benötigst du jedoch Gleichstrom oder „Direct Current“ (DC). Beim AC-Laden fließt Wechselstrom von einer Haushaltssteckdose, einer privaten Wallbox oder einer öffentlichen AC-Ladesäule in dein E-Auto, wo er durch einen sogenannten On-Board-Charger (OBC) in Gleichstrom umgewandelt wird.
Die maximale Ladeleistung wird dabei durch die Leistung des On-Board-Chargers und die jeweilige Anschlussart begrenzt. Typische Ladeleistungen liegen bei bis zu 11 Kilowatt (kW) an der heimischen Wallbox und – je nach Fahrzeug – bis zu 22 kW an öffentlichen AC-Ladesäulen.
Ein AC-Ladevorgang dauert mehrere Stunden – abhängig von Batteriegröße und Fahrzeugmodell. Diese Lademethode eignet sich deshalb für dich besonders, wenn du dein E-Auto über Nacht oder während der Arbeitszeit lädst. Die lange Ladezeit bringt aber auch einen Vorteil mit sich: AC-Laden schont die Batterie und erhöht damit deren Lebensdauer.
Beim DC-Laden wird der Wechselstrom bereits in der Ladestation in Gleichstrom umgewandelt. Diesen Vorgang übernimmt ein Gleichrichter; ein On-Board-Charger ist damit überflüssig. DC-Laden ermöglicht deutlich höhere Ladeleistungen: Gängig sind Leistungen zwischen 50 kW und 150 kW bei Standard-DC-Ladestationen und bis zu 350 kW bei sogenannten HPC-Ladesäulen, kurz für „High Power Charging“.
An einer 50-kW-Ladesäule dauert es – abhängig von Fahrzeugtyp, Batteriegröße und Temperatur – meist 45 bis 90 Minuten, den Akkustand von 20 auf 80 Prozent zu erhöhen. An einer 150-kW-Ladesäule benötigst du etwa 25 bis 45 Minuten.
Gut zu wissen: An einer HPC-Ladestation kann es noch schneller gehen. Allerdings benötigt dein E-Auto dafür eine hohe maximale Ladeleistung – idealerweise mindestens 150 kW – sowie die passende Batterietechnik, am besten ein 800-Volt-System. Ansonsten bringt dir HPC kaum Zeitgewinn.
DC-Ladestationen befinden sich vor allem an Autobahnraststätten und Schnellladeparks, aber auch in großen Einkaufszentren und Parkhäusern.
DC-Laden ist besonders vorteilhaft, wenn du längere Strecken fährst, weil sich der Ladevorgang nur geringfügig auf deine Fahrzeit auswirkt. Dafür belastet das DC-Laden die Batterie stärker und verringert ihre Lebensdauer. Viele Hersteller empfehlen daher, DC-Laden nicht zur täglichen Standardlösung zu machen. Ein weiterer Nachteil: Der Preis pro Kilowattstunde ist in der Regel höher als an AC-Ladestationen oder beim Laden zu Hause.
Gut zu wissen
Anders als beim AC-Laden unterwegs musst du dich beim DC-Laden nicht um ein passendes Kabel kümmern – es ist fest an der Schnellladesäule montiert.
Oft wird DC-Laden mit Schnellladen gleichgesetzt. Der Begriff ist jedoch nicht klar definiert. So gibt es auch vergleichsweise langsame DC-Ladestationen mit Leistungen von 25 bis 50 kW, die für viele Expert:innen nicht als Schnellladestationen gelten.

Rein technisch ist DC-Laden auch mit einer eigenen Wallbox möglich, in der Praxis ist das jedoch sehr selten. DC-Ladestationen sind deutlich größer und auch wesentlich teurer als gängige Wallboxen. Zudem benötigen sie in der Regel einen sehr leistungsfähigen Netzanschluss – teilweise sogar eine eigene Trafostation – und unterliegen strengeren Installations- und Genehmigungsvorgaben.
DC-Ladestationen sind deutlich teurer als AC-Wallboxen. Bereits die Preise für kleinere DC-Ladesäulen für den gewerblichen Bereich liegen oft im mittleren bis hohen vierstelligen Eurobereich.
Hinzu kommen Installations- und Netzanschlusskosten, etwa für ein Fundament, den Netzanschluss, das Lastmanagement und die Backend-Anbindung. Bei leistungsstarken Schnellladestationen (HPC) mit 150 kW und mehr kann so ein hoher fünfstelliger oder gar sechsstelliger Betrag zusammenkommen.
Ob du es mit einer AC- oder DC-Ladestation zu tun hast, erkennst du an mehreren Merkmalen:
Auch in Apps oder auf Displays wird deutlich zwischen AC und DC unterschieden. Die Faustregel lautet: Kleine, säulenartige Ladepunkte mit Buchsen sind meistens AC, große Schnellladestationen mit fest angeschlagenen, dicken Kabeln sind in der Regel DC.
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