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Erfahren Sie mehr über Umlagen und Entgelte des Stroms.

Welche Umlagen sind in Ihren Stromkosten enthalten?

Die Stromkosten beinhalten ganz unterschiedliche Anteile. Abgaben und Steuern zum Beispiel werden Ihnen separat zum Energiepreis berechnet. Ab dem 1.1.2019 gelten neue Umlagenbeträge für Stromlieferungen. Diese sind staatlich auferlegt und werden deutschlandweit erhoben. Im folgenden erhalten Sie eine Übersicht.

Netzentgelte
Über Verteilnetze gelangt der Strom vom Kraftwerk zum Kunden. Dafür müssen die Energieversorger an den Netzbetreiber Entgelte zahlen. Diese werden in erster Linie für den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau der Netze verwendet. Die Höhe der Netzentgelte wird von der Bundesnetzagentur genehmigt. Die Netzkosten können je nach Region unterschiedlich hoch ausfallen.

Übersicht Steuern, Abgaben und Umlagen Strom:



LV Gruppe A1
[ct/kWh]
LV Gruppe B1
[ct/kWh]
LV Gruppe C1
[ct/kWh]
§19 StromNEV-Umlage ↓ 0,305    0,050     0,025
 

[ct/kwh]

Offshore-Netzumlage    0,416
KWKG-Umlage² ↓ 0,280
EEG-Umlage ↓ 6,405
Umlage für abschaltbare Lasten 0,005
Stromsteuer   2,050
Konzessionsabgabe für
- Sondervertragskunden3
- Tarifkunden4

 0,11
Abhängig von der Größe der Gemeinde5


Erläuterung der Fußnoten

1) Definition Letztverbrauchergruppen (LV):

  • Letztverbrauchergruppe A: Für die jeweils ersten 1.000.000 kWh Jahresverbrauch an einer Lieferstelle
  • Letztverbrauchergruppe B: Lieferungen über 1.000.000 kWh Jahresverbrauch an einer Lieferstelle (bis 1.000.000 kWh wie Letztverbrauchergruppe A)
  • Letztverbrauchergruppe C: Lieferungen über 1.000.000 kWh Jahresverbrauch an einer Lieferstelle (bis 1.000.000 kWh wie Letztverbrauchergruppe A) an produzierendes Gewerbe, deren Stromkosten 4% des Umsatzes übersteigen

2) Ergänzung zu KWKG: Da im KWKG 2017 die Letztverbrauchergruppen B und C entfallen und zukünftig nur noch zwischen privilegierten und nicht privilegierten Kunden unterschieden wird, kommt für diese Gruppen eine Übergangsregelung zur Anwendung. Für Unternehmen die 2016 der Letztverbrauchergruppe B1 angehört haben, ist die KWK-Umlage für 2017 für Strommengen über 1.000.000 kWh auf 0,08 ct/kWh und 2018 auf 0,16 ct/kWh begrenzt. Für Unternehmen der bisherigen Letztverbrauchergruppe C1 ist die Staffelung wie folgt: 2017 0,06 ct/kWh; 2018 0,12 ct/kWh. Ab 2019 ist in beiden Fällen die volle Umlage zu entrichten. (§ 36 Abs. 3 KWKG). Letztverbraucher, die die Übergangsreglung nach §36 Abs. 3 KWKG 2017 in Anspruch nehmen wollen, müssen dem Verteilnetzbetreiber bis zum 31. März des Folgejahres selbstverbrauchte Strommengen melden.

3) Definition Sondervertragskunde:

  • Kunden die in Mittel-, Hoch- und Höchstspannung beliefert werden
  • Kunden in Niederspannung mit einem Jahresverbrauch > 30.000 kWh und in mindestens 2 Monaten jeweils mehr als 30 kW Leistung

4) Definition Tarifkunde: Alle Kunden, die nicht die Kriterien für Sondervertragskunden erfüllen

5) Höhe der Konzessionsabgabe je Größe der Gemeinde

  • Bis 25.000 Einwohner: 1,32 Cent/kWh
  • Bis 100.000 Einwohner: 1,59 Cent/kWh
  • Bis 500.000 Einwohner: 1,99 Cent/kWh
  • Ab 500.000 Einwohner: 2,39 Cent/kWh


KWKG-Umlage
Der KWK-Aufschlag ergibt sich aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G). Das KWK-G dient der Erhaltung, der Modernisierung und dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel bis 2020 einen Anteil von 25 % KWK-Strom an der Gesamtstromerzeugung zu erreichen.
Offshore-Netzumlage
Gemäß § 17f EnWG sind die deutschen Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet die Offshore-Netzumlage (bis einschl. 2018 als „Offshore-Haftungsumlage“ bezeichnet) für das folgende Kalenderjahr transparent zu ermitteln und bis zum 15. Oktober des Kalenderjahres zu veröffentlichen.

Mit den Einnahmen aus der Offshore-Netzumlage werden die entsprechenden Kosten aus Entschädigungen bei Störungen oder Verzögerung der Anbindung von Offshore-Anlagen sowie die Kosten aus der Errichtung und dem Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen gedeckt.

§19 StromNEV-Umlage

Letztverbraucher, die das Stromnetz besonders intensiv nutzen, müssen zum Teil geringere oder gar keine Netzentgelte zahlen (§ 19 Abs. 2 StromNEV).

 

Gemäß Vorgaben der Bundesnetzagentur sind die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet, diese entgangenen Erlöse an nachgelagerte Netzbetreiber zu erstatten und untereinander auszugleichen; die Netzbetreiber wiederum legen diese dann auf alle Letztverbraucher um.

EEG-Umlage

Das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), soll den Ausbau von Anlagen vorantreiben, die Strom aus sich erneuernden (regenerativen) Energieträgern gewinnen, insbesondere aus Wind- und Sonnenenergie. Das Gesetz legt hierfür Mindestvergütungen für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien fest, die an die Anlagenbetreiber, dazu zählen unter anderem auch viele Privathaushalte mit ihren Photovoltaikanlagen, zu zahlen sind. Dies bedeutet, dass Netzbetreiber jede regenerativ erzeugte Kilowattstunde Strom, die ins Netz eingespeist wird, zu einem bestimmten gesetzlich vorgegeben Preis kaufen müssen.

 

Der durch EEG-Anlagen erzeugte Strom wird durch die Übertragungsnetzbetreiber an der Strombörse EEX veräußert und so in den „normalen“ Stromkreislauf gebracht. Die dort erzielten Erlöse für den Stromverkauf liegen in der Regel deutlich unter der an die Anlagenbetreiber ausgezahlten Vergütung. Das daraus resultierende Kostendelta wird auf jede in Deutschland verkaufte Kilowattstunde Strom umgelegt. Die Kosten aus dem EEG trägt damit der Endkunde.

 

Übertragungsnetzbetreiber sind verpflichtet, den vergüteten EEG-Strom diskriminierungsfrei und transparent über den Spotmarkt an der Leipziger Strombörse EEX zu vermarkten. Die entstandenen Aufwendungen gemäß der "Verordnung zur Weiterentwicklung des bundesweiten Ausgleichsmechanismus (AusglMechV), § 3 EEG-Umlage" werden bundeseinheitlich und lieferantenunabhängig in Form der sogenannten EEG-Umlage den Energielieferanten in Rechnung gestellt, die diese an die Kunden weitergeben.

Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLaV)

Seit dem 1.1.2014 gibt es eine weitere Umlage für die Stromlieferung: Die Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLaV). Bislang sah § 19 S. 2 AbLaV vor, dass die Verordnung zum 01.01.2016 außer Kraft tritt. Da zum Zeitpunkt der Umlagenveröffentlichung für das Jahr 2016 (am 15. Oktober 2015) keine Verlängerung der bestehenden Verordnung beabsichtigt und ebenfalls keine neue Verordnung mit Inkrafttreten zum 01.01.2016 absehbar war, wurde von den ÜNB für das Jahr 2016 keine AbLaV-Umlage veröffentlicht. Im Sommer 2016 wurde die Verordnung in novellierter Form für den Zeitraum 01. Oktober 2016 bis 01. Juli 2022 verlängert.

 

Für 2018 erfolgt die Berechnung der Umlage auf Grundlage der prognostizierten Kosten für 2018. Inbegriffen ist dabei die Verrechnung einer Nachholung aus der Jahresabrechnung 2016 inkl. Zinsen. Dabei wurde die Grundlage mit der Bundesnetzagentur abgestimmt.

Stromsteuer

Die Stromsteuer ist eine Verbrauchssteuer und wird im Stromsteuergesetz (StromStG) geregelt. Der aktuelle Stromsteuersatz beträgt 2,05 Cent/kWh und wird zusätzlich berechnet.

 

Unternehmen des produzierenden Gewerbes haben die Möglichkeit, einen Antrag zur Steuerentlastung bei dem für sie zuständigen Hauptzollamt zu stellen.

 

Entsprechende Vordrucke zur Geltendmachung der Steuerentlastung werden auf der Website www.zoll.de zur Verfügung gestellt. Die Steuerentlastung beträgt 0,513 Cent/kWh und wird gewährt, sofern der Entlastungsbetrag im Kalenderjahr 250,00 Euro übersteigt.

Konzessionsabgabe

Konzessionsabgaben sind Entgelte, die Netzbetreiber an Gemeinden für die Einräumung des Rechts zur Benutzung öffentlicher Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen zahlen müssen. Die zulässige Höhe der Abgaben wird in der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) geregelt. Die zulässige Höhe der Konzessionsabgaben für Strom beträgt für Sondervertragskunden 0,11 Cent/kWh.

 

Unter Sondervertragskunden versteht man Kunden mit Lieferstellen, deren gemessene Leistung mindestens in zwei Monaten im Abrechnungsjahr 30 kW überschreitet und deren Jahresverbrauch im HT mehr als 30.000 kWh beträgt. Bei Kunden, deren Lieferstellen unter diesen Grenzen liegen, ist die Konzessionsabgabe gemeindegrößenabhängig.

 

Wenn der Durchschnittspreis der Lieferstelle im Kalenderjahr unter dem Durchschnittserlös aus Lieferungen von Strom an alle Sondervertragskunden in Deutschland liegt, wird keine Konzessionsabgabe erhoben. Maßgeblich für den Durchschnittserlös ist das jeweils vorletzte Jahr aus der amtlichen Statistik des Bundes. Für 2012 ist keine Konzessionsabgabe abzuführen, wenn der spezifische Preis inklusive Steuern, Abgaben und Umlagen unter 10,66 Cent/kWh liegt.